Überwachungsaufnahmen sind aufgetaucht, die den Moment eines schweren Verkehrsunfalls zeigen, an dem der Konvoi der slowenischen Präsidentin Nataša Pirc Musar beteiligt war. Dies wirft Fragen zu den Sicherheitsprotokollen für Politiker in der Region auf. Der Unfall ereignete sich am 31. Juli 2026, als Präsidentin Pirc Musar von einem Urlaub in Kroatien zurückkehrte. Die von RTV Slovenija veröffentlichten Aufnahmen zeigen die Kollision im Kastelec-Tunnel, wo sich das Fahrzeug der Präsidentin, ein Mercedes-Benz V300, in einem dreifahrzeugigen Konvoi in der linken Spur mit eingeschaltetem Blaulicht befand.
Der Vorfall ereignete sich, als zwei zivile Fahrzeuge vor dem Konvoi fuhren. Ein Fahrzeug konnte schnell zur Seite fahren, während das andere langsamer wurde, aber teilweise in der linken Spur blieb. Der vorausfahrende Audi im Präsidenten-Eskorte überholte das zivile Fahrzeug, bremste dann jedoch abrupt. Der Mercedes mit Präsidentin Pirc Musar konnte nicht genügend Abstand halten und kollidierte mit dem Heck des Audis. Beide Fahrzeuge wurden anschließend gegen die Tunnelwand geschleudert, wobei der Mercedes dort zum Stehen kam.
Laut der slowenischen Polizei wurde der Unfall dem 52-jährigen Fahrer des Mercedes zugeschrieben, der keinen sicheren Abstand gehalten hatte, was zur Kollision mit dem von einem 34-jährigen Fahrer gelenkten Audi führte. Beide Fahrer waren Polizeibeamte, die dem Präsidenten-Eskorte zugewiesen waren, und Tests auf Alkohol und Drogen ergaben negative Ergebnisse. Die Aufnahmen und die anschließende Analyse haben die Sicherheitsmaßnahmen und Protokolle für die Konvois politischer Figuren in den Fokus gerückt.
Mobilitätsexperte Andrej Brglez, der Erfahrung im Fahren für schutzbedürftige Personen hat, kommentierte den Vorfall und stellte fest, dass der kritische Moment eintrat, als das Fahrzeug vor dem Konvoi zu bremsen begann. Er deutete an, dass der Fahrer des Präsidenten-Mercedes wahrscheinlich erwartet hatte, dass das Fahrzeug vor ihm vollkommen aus dem Weg fahren würde und dass das führende Eskortfahrzeug wieder beschleunigen würde, was jedoch nicht geschah.
Peter Vidmar, Dekan der slowenischen Fakultät für maritime Studien und Transport, analysierte die Aufnahmen für 24UR und schätzte die Geschwindigkeit des Konvois zum Zeitpunkt des Unfalls auf etwa 150 Kilometer pro Stunde, mit einem Abstand von etwa 30 bis 35 Metern zwischen dem führenden Fahrzeug und dem Mercedes. Vidmar betonte, dass ein solcher Abstand angesichts der Geschwindigkeit unzureichend war und selbst ein speziell ausgebildeter Fahrer nur begrenzt Zeit gehabt hätte, um auf den Geschwindigkeitsunterschied zu reagieren, da das zivile Fahrzeug vor ihm mit etwa 60 Kilometern pro Stunde fuhr.
Der Unfall führte dazu, dass Präsidentin Pirc Musar sich einen gebrochenen Schlüsselbein zuzog, der als leichte Verletzung eingestuft wurde, während eine ihrer Freundinnen schwerere Verletzungen erlitt. Beide wurden ins Allgemeine Krankenhaus von Izola transportiert. Präsidentin Pirc Musar erklärte später, dass sie zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte, eine Entscheidung, die sie als ihren „größten Fehler“ bezeichnete, und sie drückte Bedauern darüber aus. Brglez wies darauf hin, dass die Verletzungen möglicherweise weniger schwerwiegend gewesen wären, wenn alle Insassen Sicherheitsgurte getragen hätten.
Der Fall des 52-jährigen Polizeibeamten, der den Mercedes fuhr, wurde an die slowenische Staatsanwaltschaft für besondere Strafsachen weitergeleitet, die für Delikte von Beamten mit besonderen Befugnissen zuständig ist, um mögliche fahrlässige Verkehrsdelikte zu untersuchen. Der Kastelec-Tunnel wurde nach dem Unfall über drei Stunden lang geschlossen, und der anfängliche Sachschaden wurde auf etwa 37.000 Euro geschätzt.
Dieser Vorfall hat eine breitere Diskussion über die Angemessenheit der aktuellen Sicherheitsprotokolle für politische Figuren in Slowenien und möglicherweise in der weiteren Region angestoßen. Die Veröffentlichung der Aufnahmen könnte zu einem erhöhten öffentlichen Interesse und zu Forderungen nach einer Überprüfung der Maßnahmen führen, die zum Schutz von hochrangigen Personen während des Transports ergriffen werden.







