Sep. 2, 2026

Kroatisches Robotaxi-Projekt muss EU-Fonds wegen Autonomie-Zweifeln zurückgeben

Verne, ein Unternehmen, das mit dem kroatischen Unternehmer Mate Rimac verbunden ist, hat seine Bereitschaft erklärt, EU-Fonds zurückzugeben, falls eine abschließende Bewertung zeigt, dass die vertraglichen Verpflichtungen für sein Robotaxi-Projekt nicht erfüllt wurden. Diese Erklärung markiert die erste öffentliche Anerkennung des Unternehmens hinsichtlich der möglichen Rückgabe von Mitteln. Das Projekt, das Teil des Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplans war, erhielt 179,5 Millionen Euro, von denen bereits 89,7 Millionen Euro abgerufen wurden.

Der Abschluss des Projekts wurde offiziell am 30. August markiert, und Verne hat nun einen Monat Zeit, um den abschließenden Bericht einzureichen. Anschließend werden die zuständigen Behörden die Errungenschaften bewerten, feststellen, welche Ausgaben akzeptabel sind, und entscheiden, ob Gelder zurückgegeben werden müssen.

Lucijan Carić, ein Experte für Informationssicherheit, hat die umsetzbare Machbarkeit des Projekts scharf kritisiert und insbesondere das versprochene fünfte Level der Fahrautonomie in Frage gestellt. Carić hat immer wieder argumentiert, dass es derzeit unmöglich sei, ein vollständig autonomes Fahrzeug auf diesem Niveau zu erreichen. Er weist darauf hin, dass die offizielle Projektdokumentation ausdrücklich ein vollständig autonomes Elektrofahrzeug versprochen hat, das seiner Meinung nach von Anfang an unerreichbar war.

Carićs Skepsis gründet sich auf der Tatsache, dass das fünfte Level der Autonomie, wie beschrieben, nicht existiert. Er merkt an, dass Vernes Angebote nicht mit den ambitionierten Ansprüchen übereinstimmen, und deutet an, dass das Unternehmen stattdessen einen quasi-kommerziellen Dienst anbietet, der Lösungen von Drittanbietern testet, anstatt einen proprietären technologischen Durchbruch zu liefern. Carić kritisiert auch die Nutzung von Plattformen von Unternehmen wie Uber und chinesischen Anbietern, da diese seiner Meinung nach keinen bedeutenden technologischen Fortschritt darstellen.

Die Transparenz des Projekts und das Engagement der Regierung wurden ebenfalls in Frage gestellt. Carić hebt hervor, dass die Verträge intransparent waren und hinter geschlossenen Türen verhandelt wurden, mit Änderungen an Vorschriften, die nicht öffentlich bekannt gemacht wurden. Darüber hinaus wurde die Machbarkeitsstudie, die angeblich die Ansprüche des Projekts unterstützte, nie öffentlich präsentiert.

Die Situation wirft Fragen auf, wie die Europäische Union auf die Mängel des Projekts reagieren wird. Carić spekuliert, dass die EU möglicherweise bestimmte Probleme übersehen könnte, indem sie die Ausgaben möglicherweise als für Gehälter und nicht für technologische Fortschritte genutzt rationalisiert. Er weist auch darauf hin, dass die Finanzierungsstruktur des Projekts, bei der private Investoren nur geringfügig mehr als öffentliche Mittel beisteuern, die Komplexität des Projekts schwer zu managen macht.

Die abschließende Bewertung des Projekts steht noch aus und wird die nächsten Schritte bezüglich der möglichen Rückgabe von Mitteln bestimmen. Dieses Ergebnis könnte die Narrative rund um das Projekt erheblich beeinflussen, insbesondere in Bezug auf die Verantwortung für öffentliche Mittel und die Machbarkeit solcher ehrgeizigen technologischen Vorhaben.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert