Sep. 1, 2026

Insolvenzverfahren in Serbien: Wichtige Abläufe und Auswirkungen

In Serbien dient die Insolvenz, wenn ein Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, als rechtlicher Mechanismus zur Verwaltung von Gläubigerforderungen und zur Vermögensverwaltung des Schuldners. Dieser Prozess erfolgt unter der Aufsicht des Handelsgerichts und wird von der Agentur für die Lizenzierung von Insolvenzanfechtenden (ALSU) verwaltet. Laut dem serbischen Insolvenzrecht können die Verfahren entweder in die Liquidation, die den Verkauf von Vermögenswerten zur Befriedigung der Gläubiger beinhaltet, oder in eine Reorganisation münden, die es dem Unternehmen ermöglicht, unter einem vorab festgelegten Plan weiter zu operieren.

Die Einleitung des Insolvenzverfahrens kann durch vier Bedingungen ausgelöst werden: anhaltende Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und Nichteinhaltung eines genehmigten Reorganisationsplans. Ein Unternehmen gilt als dauerhaft zahlungsunfähig, wenn es die Zahlungen über einen Zeitraum von 30 Tagen kontinuierlich stoppt oder seine finanziellen Verpflichtungen innerhalb von 45 Tagen nach Fälligkeit nicht begleichen kann. Der Vorschlag zur Einleitung des Verfahrens kann vom Schuldner, einem Gläubiger oder einem Liquidator eingereicht werden, der ebenfalls eine Vorauszahlung leisten muss, um die anfänglichen Insolvenzkosten zu decken, wie vom Gericht angeordnet.

Nach der Entscheidung des Gerichts zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens treten erhebliche Änderungen in der Unternehmensführung ein. Die Rechte des bestehenden Direktors und anderer Managementorgane werden beendet, und ein lizenzierter Insolvenzverwalter übernimmt die Kontrolle über die Vermögenswerte und Abläufe des Schuldners. Dieser Übergang beeinflusst auch das Finanzmanagement, da bestehende Bankkonten geschlossen und ein neues Konto speziell für das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Darüber hinaus werden Vollstreckungs- und Zwangsvollstreckungsverfahren gegen den insolventen Schuldner in der Regel ausgesetzt, und Zinsen auf bestimmte Forderungen hören auf zu laufen.

Für die Mitarbeiter bietet die Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine rechtliche Grundlage für die Kündigung von Arbeitsverträgen. Der Insolvenzverwalter informiert die nationale Arbeitsagentur, und einige Mitarbeiter können vorübergehend behalten werden, um laufende Aufgaben abzuschließen und das Verfahren zu erleichtern. Eine entscheidende Sorge für die Mitarbeiter ist die Begleichung unbezahlter Löhne und Beiträge. Die Mittel aus dem Verkauf von Vermögenswerten werden zunächst zur Deckung der Kosten des Insolvenzverfahrens und der Verpflichtungen verwendet, gefolgt von den Gläubigerforderungen gemäß den gesetzlich festgelegten Zahlungsprioritäten.

Die Vorrangordnung für Zahlungen beginnt mit unbezahlten Nettolöhnen bis zur Mindestlohnhöhe für einen festgelegten Zeitraum vor der Insolvenz, einschließlich der zugehörigen Zinsen, sowie bestimmten Ansprüchen auf Renten- und Behindertenversicherungsbeiträge. Die zweite Priorität umfasst andere öffentliche Einnahmen, Steuern und Gebühren, die den gesetzlichen Anforderungen genügen. Die dritte Priorität umfasst andere Insolvenzgläubiger, wie Lieferanten und gewerbliche Kreditoren, sowie Mitarbeiterforderungen, die den gesetzlich geschützten Betrag überschreiten. Die vierte Priorität besteht aus nachrangigen Ansprüchen, wie bestimmten Krediten von Gründern und nahestehenden Parteien. Gesicherte Gläubiger, wie Banken mit Hypotheken oder Pfandrechten auf bestimmte Vermögenswerte, werden aus den Erlösen des Verkaufs der belasteten Vermögenswerte unter den gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen bezahlt.

Während Insolvenz oft das Ende der Geschäftstätigkeit signalisiert, bedeutet es nicht unbedingt, dass das Unternehmen aufhören muss zu existieren. Unternehmen können versuchen, sich durch Reorganisation zu erholen, einschließlich eines vorverpackten Reorganisationsplans (UPPR) oder eines während des Insolvenzverfahrens verabschiedeten Plans. Solche Pläne können die Umschuldung von Verbindlichkeiten, teilweise Schuldenerlass oder die Umwandlung von Forderungen in Eigenkapitalbeteiligungen umfassen, wobei die Umsetzung je nach genehmigtem Plan mehrere Jahre dauern kann.

Für potenzielle Investoren ist ein wesentlicher Aspekt des Kaufs von Vermögenswerten von einem insolventen Schuldner, dass sie nicht automatisch die Verpflichtungen des vorherigen Eigentümers übernehmen, nur weil sie die Vermögenswerte erworben haben. Dies macht in Insolvenzverfahren verkaufte Vermögenswerte potenziell attraktiv für Investoren. Der rechtliche Status jedes Grundstücks, jeder Maschine oder anderer Vermögenswerte sollte jedoch vor dem Kauf überprüft werden, einschließlich der Verkaufsbedingungen, Belastungen und Dokumentation.

Insolvenz in Serbien stellt einen komplexen Prozess dar, der gleichzeitig die Interessen der Gläubiger schützt, die Positionen der Mitarbeitenden regelt und versucht, den Unternehmenswert, wo möglich, zu erhalten.

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