Das Tschechische Zentrum in Belgrad wird eine interessante Ausstellung mit dem Titel „Pikseli i poetika“ ausrichten, die die Schnittstelle zwischen traditioneller Fotografie und künstlicher Intelligenz untersucht. Die Ausstellung läuft vom 4. September bis zum 6. Oktober und zeigt Werke der renommierten Fotografen Jozef Sudek und Jaromir Funke sowie zeitgenössische Künstler, die künstliche Intelligenz in ihre Kreationen einbeziehen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, zu demonstrieren, dass die Manipulation der Realität durch Fotografie kein neuartiges Konzept des digitalen Zeitalters ist, sondern seit Anbeginn ein grundlegender Aspekt dieser Kunstform war.
Jozef Sudek, bekannt für seine Fähigkeit, gewöhnliche Objekte durch Techniken wie das Fotografieren durch beschlagenes Glas und das Spiel mit Reflexionen und Licht in magische Szenen zu verwandeln, ist eine zentrale Figur dieser Ausstellung. Ähnlich fordert das Werk von Jaromir Funke, das Bilder sorgfältig aus Objekten, deren Schatten und Reflexionen zusammensetzt, die Betrachter dazu auf, die vertraute Welt aus neuen Perspektiven zu betrachten. Die Ausstellung stellt diese historischen Werke in einen Dialog mit modernen Stücken, die mithilfe digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz entstanden sind, und wirft Fragen zu den Grenzen zwischen Realität und deren Darstellung auf.
Lucie Orbok, die Direktorin des Tschechischen Zentrums in Belgrad, betonte das Ziel der Ausstellung, die langjährige Tradition von Fotografen hervorzuheben, die Realität verändern und stilisieren. „Oft haben wir den Eindruck, dass künstliche Intelligenz etwas völlig Neues in die Fotografie gebracht hat. Die Geschichte der Fotografie zeigt jedoch, dass Fotografen seit jeher die Realität verändern, stilisieren und umgestalten. Genau das möchten wir mit dieser Ausstellung zeigen“, erklärte sie.
Begleitend zur Ausstellung findet ein Konzert von Jirži Trtik und dem STRO.MY Ensemble statt, einer tschechisch-serbischen Gruppe, die klassische Instrumente mit elektronischen und zeitgenössischen Klängen verbindet. Das Konzert ist für den 4. September geplant und wird einen musikalischen Zyklus umfassen, der von Trtik inspiriert und von der Ausstellung beeinflusst ist, sowie eine neue Version von Smetanas „Vltava“ und zwei weitere Kompositionen. Tickets sind über das Gigstix-Netzwerk erhältlich.
Um jüngere Zielgruppen anzusprechen und die Reichweite der Ausstellung über die Galerie hinaus zu erweitern, wurde ein offener Aufruf für junge Fotografen im Alter von 12 bis 30 Jahren angekündigt. Die Teilnehmer sind eingeladen, gewöhnliche Objekte auf eine Weise zu fotografieren, die deren außergewöhnliche Aspekte offenbart. Das Thema des Wettbewerbs ist Stillleben, wobei die Techniken von Sudek und Funke als Inspiration dienen oder ein ganz persönlicher Ansatz gewählt werden kann. Sowohl analoge als auch digitale Fotografien sind zugelassen, einschließlich derjenigen, die unter Einsatz von künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurden. Eine Jury wird aus jeder der beiden Alterskategorien (12–18 und 19–30 Jahre) zehn Fotografien auswählen, die in einer ergänzenden Ausstellung gezeigt werden. Die Ergebnisse werden am Ende der Ausstellung am 6. Oktober bekannt gegeben.
Die Ausstellung findet in der Galerie des Tschechischen Zentrums in der Svetozara Markovića 79 statt. Sie ist mittwochs von 18 bis 20 Uhr und samstags von 16 bis 20 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich, der Eintritt ist frei. Schulen können nach vorheriger Vereinbarung geführte Vormittagsführungen buchen.
Während die Ausstellung eine umfangreiche Erkundung der Evolution der Fotografie und ihrer zeitgenössischen Implikationen verspricht, bestehen Bedenken hinsichtlich der möglichen Rezeption. Das öffentliche Interesse an der Veranstaltung soll gering sein, was die Besucherzahlen und die Teilnahme an der Ausstellung sowie dem begleitenden Konzert beeinflussen könnte. Zudem bleibt der Erfolg des offenen Aufrufs für junge Fotografen ungewiss, da er eine vielfältige Gruppe von Teilnehmern ansprechen und neue Interpretationen der Kunstform fördern möchte.
„Pikseli i poetika“ bietet eine einzigartige Gelegenheit, über die beständige Beziehung zwischen Technologie und Kunst nachzudenken und die Betrachter herauszufordern, darüber nachzudenken, wo die Realität endet und ihr Bild beginnt. Durch den Mix aus historischen und modernen Perspektiven unterstreicht die Ausstellung die dynamische und sich entwickelnde Natur der Fotografie als Medium.






