Petar Bošković, ein Vertreter des Serbia Center (SRCE), wurde der Zugang zu einer öffentlichen Sitzung über den Raumordnungsplan für das Projekt „Belgrade Waterfront“ verweigert. Dies wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der öffentlichen Kontrolle im städtischen Planungsprozess auf. Der Vorfall ereignete sich während einer Sitzung der Kommission, die mit der Änderung des Raumordnungsplans für dieses bedeutende Entwicklungsprojekt beauftragt ist. Laut einer Erklärung des SRCE wurden Bošković und Dejan Jovanović, der stellvertretende Vorsitzende des SRCE-Vorstands, am Eingang darüber informiert, dass sie nicht auf der Liste für die persönliche Teilnahme standen, sondern stattdessen der Sitzung online folgen sollten. Der Link zur Online-Teilnahme wurde ihnen jedoch Berichten zufolge erst nach Beginn der Sitzung zugesandt.
Bošković kritisierte den Mangel an Transparenz und betonte, dass öffentliche Aufsicht entscheidend sei, um sicherzustellen, dass die Planungslösungen mit den festgelegten Bedingungen übereinstimmen. Er bemerkte: „Öffentliche Einsicht bedeutet nicht, einfach jemandem zu vertrauen; es geht um öffentliche Kontrolle. Wenn die Öffentlichkeit keinen Zugang zu den Bedingungen hat, unter denen der Plan entwickelt wurde, kann sie nicht überprüfen, ob die Planungslösungen diesen entsprechen.“ Er hob weiter die Bedeutung von Verantwortung im Planungsprozess hervor und merkte an, dass es Namen, Pläne, Themen, Parzellen, Unterschriften und Verantwortlichkeiten gibt, die dokumentiert und zugänglich sein sollten.
Die öffentliche Einsichtsfrist für den Raumordnungsplan fand vom 14. bis 28. August statt. Bošković wies jedoch darauf hin, dass das Gesetz vorschreibt, dass solche Fristen in Arbeitstagen und nicht in Kalendertagen berechnet werden, was darauf hindeutet, dass der Prozess möglicherweise unangemessen beschleunigt wurde. Er äußerte auch Bedenken über die erweiterten Befugnisse der nationalen Agentur für Raumordnung, die die öffentliche Einsicht durchführte. Laut Bošković haben jüngste Änderungen des Planungs- und Baugesetzes die Möglichkeiten der Agentur erweitert, was potenziell zu Vorteilen für Investoren führen könnte. Insbesondere erwähnte er Änderungen, die die Umwandlung von durch Feuer beschädigtem Waldland in andere Nutzungen erlauben, wenn dies im öffentlichen Interesse oder für öffentliche Infrastruktur als notwendig erachtet wird, sowie die Abschaffung der Phase der Vorimplementierung in Projektzyklen für Investitionsprojekte.
Diese Entwicklungen haben Bedenken hinsichtlich der Transparenz des Planungsprozesses ausgelöst. Bošković bemerkte, dass es unmöglich sei, den Status von Punkten mit der Bezeichnung „GOV“ über das System zur Überprüfung von Punkten zu bestimmen, was Fragen aufwirft, ob diese Punkte mit staatlichem oder lokalem Eigentum von Interesse für Investoren zusammenhängen.
Das Projekt „Belgrade Waterfront“ ist ein umstrittenes Thema in der serbischen Politik, und verschiedene Interessengruppen äußern Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Die Verweigerung des Zugangs zur öffentlichen Sitzung fügt eine weitere Kontroversen hinzu und hebt die anhaltenden Probleme der Transparenz und der öffentlichen Beteiligung an der Stadtplanung in Serbien hervor. Die Situation unterstreicht die Notwendigkeit klarer und offener Prozesse, um sicherzustellen, dass städtische Entwicklungsprojekte mit dem öffentlichen Interesse und den rechtlichen Standards übereinstimmen.







