Serbiens wachsende Schulden durch Kurzzeitkredite, warnen Experten

Aug. 25, 2026

Zum 30. November 2026 schulden Bürger und Unternehmen in Serbien den Banken insgesamt ungefähr 29,27 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, so ein aktueller Kreditbericht der Vereinigung serbischer Banken. Dieser Anstieg der Schulden wird hauptsächlich durch Barkredite vorangetrieben, die den größten Teil der Schulden der Bürger ausmachen und etwa 5,96 Milliarden Euro betragen. Besonders auffällig ist der Trend steigender kurzfristiger Konsumentenkredite, deren Volumen von 170 Milliarden Dinar im Jahr 2012 auf etwa 830 Milliarden Dinar (rund 7 Milliarden Euro) bis Ende November 2026 gestiegen ist.

Professor Goran Radosavljević von der FEFA-Fakultät hat Bedenken hinsichtlich der Gründe für diesen Kreditaufnahme-Trend geäußert. Er hebt hervor, dass Bürger zunehmend Schulden für den aktuellen Konsum aufnehmen, anstatt für Investitionen. „Die Bürger leihen sich Geld für den aktuellen Konsum, was zu wirtschaftlichen Problemen führen könnte“, warnt Radosavljević. Die Struktur der Schulden deutet auf eine signifikante Präferenz für kurzfristige Konsumentenkredite gegenüber Investitionskrediten hin, was langfristige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität haben könnte.

Die serbische Wirtschaft erlebt einen Anstieg des Schuldenniveaus sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen. Während die Schulden für Liquidität und Betriebskapital im Unternehmenssektor von etwa 470 Milliarden Dinar auf 740 Milliarden Dinar gestiegen sind, zeigen Investitionskredite ein langsameres Wachstum. Radosavljević weist darauf hin, dass das schnellere Wachstum von Liquiditätskrediten im Vergleich zu Investitionskrediten auf zugrunde liegende wirtschaftliche Herausforderungen hinweist. Er erklärt, dass sowohl Bürger als auch Unternehmen mit Liquiditätsproblemen konfrontiert sind, was zu einer Abhängigkeit von kurzfristigen Krediten zur Finanzierung des Konsums führt.

Die Auswirkungen dieses Kreditaufnahme-Musters sind erheblich. Radosavljević merkt an, dass der Lebensstandard in Serbien niedrig ist, was durch Eurostat-Daten belegt wird, die Serbien unter den Ländern mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in Europa verzeichnen. Nur die Ukraine, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien und Moldawien haben niedrigere Einkommensniveaus. Trotz steigender Preise aufgrund hoher Inflation bleibt der Konsum relativ hoch, da die Bürger den Mangel an Mitteln durch kurzfristige Kredite ausgleichen.

Die Situation wirft Bedenken hinsichtlich der potenziellen wirtschaftlichen Instabilität auf, die aus diesem Trend resultieren könnte. Wenn die Bürger weiterhin hauptsächlich für den Konsum anstatt für Investitionen Schulden machen, könnte dies das Wirtschaftswachstum behindern und finanzielle Verwundbarkeiten verschärfen. Die Abhängigkeit von kurzfristigen Krediten zur Aufrechterhaltung der Konsumniveaus deutet auf eine prekäre finanzielle Situation für viele serbische Haushalte hin.

Die serbische Regierung und die Finanzinstitute müssen möglicherweise politische Maßnahmen in Betracht ziehen, um diese Herausforderungen anzugehen. Die Förderung nachhaltigerer Kreditpraktiken und die Unterstützung von Investitionen über Konsum könnten entscheidende Schritte zur Gewährleistung langfristiger wirtschaftlicher Stabilität sein. Darüber hinaus könnte die Bereitstellung finanzieller Bildung und Unterstützung für die Bürger ihnen helfen, informierte Kreditentscheidungen zu treffen und ihre finanzielle Widerstandsfähigkeit zu verbessern.

Insgesamt verdeutlichen die steigenden Schuldenlevels in Serbien einen besorgniserregenden Trend kurzfristiger Kreditaufnahme für den Konsum, der erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Zukunft des Landes haben könnte. Wie Professor Radosavljević betont, wird es wichtig sein, dieses Problem anzugehen, um potenzielle wirtschaftliche Instabilität zu verhindern und nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.

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