Das National Film and Television Festival (NAFFIT) in Zlatibor, Serbien, findet vom 3. bis 6. September 2026 unter ungewöhnlichen Umständen statt. Obwohl es ein Event zur Feier der serbischen Film- und Fernsehindustrie ist, wird das Festival in diesem Jahr ohne Filmvorführungen im Hauptprogramm durchgeführt. Stattdessen konzentriert sich das Festival auf ein Vor-Festival-Programm und eine Preisverleihung, was Fragen zur Bedeutung des Events und zur Gültigkeit der Preise aufwirft.
Das Vor-Festival-Programm, das am 30. August begann, umfasst ein Konzert des Ensembles Virtuozi auf dem Kraljev Trg, das von Maestro Bojan Suđić geleitet wird. Diese Veranstaltung wird von RTS, dem serbischen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, übertragen. Das Hauptprogramm des Festivals, das vom 3. bis 6. September läuft, wird jedoch keine Filmvorführungen beinhalten. Stattdessen wird es eine Reihe von Veranstaltungen geben, darunter die Begrüßung der Gäste, eine Eröffnungszeremonie, eine Preisverleihung am 5. September, eine Ausstellung über Pavle Vuisić und Olivera Katarina sowie eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Ein Jahrhundert serbischer Film“.
Das Fehlen von Filmen im Hauptprogramm des Festivals ist auffällig, da es vom traditionellen Format der Filmfestivals abweicht, das typischerweise Wettbewerbsfilmvorführungen umfasst. Das diesjährige NAFFIT wird lediglich sieben heimische Filme und zwölf Episoden verschiedener Fernsehserien im Rahmen seiner Vor-Festival-Aktivitäten zeigen, die im KC Zlatibor und im Dom Kulture Čajetina stattfinden. Darüber hinaus werden drei russische Filme, darunter „Ruski konzul“ von Miroslav Lekić, einem Film aus dem Jahr 2024, der nicht den Kriterien des Festivals entspricht, gezeigt, da Lekić Mitglied des Festivalvorstandes ist.
Die Organisation des Festivals wurde aufgrund mangelnder Transparenz und Struktur kritisiert. Auffällig ist, dass NAFFIT keine offizielle Website hat und die Kommunikation von den Organisatoren minimal war. Die Ankündigung des Festivals erfolgte über Medienberichte, die eine Erklärung von nicht genannten Organisatoren zitierten. Diese Unklarheit hat zu Fragen geführt, wie die Preise ohne eine Auswahl an Filmen, die bewertet werden könnten, bestimmt werden sollen.
Predrag Gaga Antonijević, ein Regisseur und einer der Gründer des Festivals, erklärte, dass NAFFIT ein Treffpunkt für die serbische Film- und Fernsehindustrie sein solle, um die Arbeiten des vergangenen Jahres zu bewerten. Das aktuelle Format des Festivals und das Fehlen von Filmen haben jedoch zu Skepsis hinsichtlich seiner Glaubwürdigkeit geführt. Einige Branchenvertreter sehen das Festival als persönliches Projekt von Antonijević, da es von seinen engen Mitarbeitern organisiert und in seiner Heimatregion durchgeführt wird. Die Vereinigung der Filmemacher hat bereits auf mögliche Interessenkonflikte hingewiesen und angemerkt, dass das Festival als politische Anerkennung für Antonijević erscheint.
Das Festival hat auch einen Boykott von Filmverbänden erlebt, wie es in den Vorjahren der Fall war. Miloš Škundrić, Präsident der Vereinigung der Filmemacher, hat sich lautstark über die Mängel des Festivals geäußert und die fehlende echte Konkurrenz und Transparenz betont.
Trotz dieser Herausforderungen hat die serbische Regierung erheblich in das Festival investiert. Anfang August unterzeichnete Kulturminister Nikola Selaković einen Vertrag, der 17 Millionen Dinar für das diesjährige NAFFIT bereitstellt. Weitere Investitionen wurden in die kulturelle Infrastruktur der Region getätigt, mit dem Ziel, Nova Varoš zu einem kulturellen Zentrum zu machen. Das Festival findet jedoch nicht in Nova Varoš oder Prijepolje statt, obwohl diese Gebiete finanzielle Unterstützung erhalten haben.
Der unkonventionelle Ansatz des NAFFIT Festivals in diesem Jahr hebt die bestehenden Spannungen innerhalb der serbischen Kulturlandschaft hervor, wo Fragen der künstlerischen Freiheit und des staatlichen Einflusses weiterhin umstrittene Themen sind. Während das Festival ohne Filme stattfindet, wird die Branche ebenso wie die Öffentlichkeit genau beobachten, wie die Preise gerechtfertigt werden und welche Auswirkungen dieses Event auf die Zukunft der serbischen Film- und Fernsehfestivals haben wird.







