Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Serbien werden voraussichtlich eine Kampagnenstrategie aufweisen, die stark auf Präsident Aleksandar Vučić fokussiert ist, wobei die Serbische Fortschrittspartei (SNS) auf seine persönliche Anziehungskraft setzt, um die Wählermobilisierung voranzutreiben. Berichten zufolge wird Vučićs Kampagne hauptsächlich seine Präsenz in den Vordergrund stellen, während die Auftritte ausgewählter Parteimitglieder wie Miloš Vučević, Zorana Mihajlović und Ana Brnabić begrenzt bleiben. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Sichtbarkeit weniger populärer Figuren innerhalb der Partei zu minimieren, eine Taktik, die bereits in früheren Kampagnen verwendet wurde.
Die Strategie umfasst, dass Vučić an kleineren Versammlungen teilnimmt, was ihm ermöglicht, persönlicher mit den Wählern in Kontakt zu treten und seine Botschaft effektiver zu vermitteln als bei großen Kundgebungen. Diese Veranstaltungen werden durch größere öffentliche Feste ergänzt, bei denen Vučić gelegentlich auftritt und ausgewählte SNS-Offizielle das Publikum unterhalten. Kritiker argumentieren, dass diese Methode die mangelnde Verfügbarkeit von tragfähigen Kandidaten über Vučić hinaus unterstreicht, wie Zoran Alimpić, ein Mitglied der Demokratischen Partei, feststellt. Alimpić schlägt vor, dass die Kampagne wahrscheinlich „neue Gesichter“ wie Künstler und Fachleute präsentieren wird, um die unbeliebten Figuren der Partei zu verschleiern.
Politische Analysten weisen darauf hin, dass Vučićs Kampagnenstrategie einen breiteren Trend zur Machtkonsolidierung innerhalb der SNS widerspiegelt, wo Widerspruch minimiert wird und der Fokus auf Vučić als zentraler Figur bleibt. Miroslav Parović, Gründer der Nationalen Freiheitsbewegung, hebt hervor, dass Vučićs Führungsstil keinen Platz für eine „Nummer zwei“ in der Partei lässt und betont, dass andere Parteifiguren hauptsächlich dazu dienen, Vučićs alleinige Autorität zu untermauern.
Die Kampagne scheint auch strategisch umgestaltet zu werden, da sich Vučić von den lokalen Führungen der SNS distanziert, von denen einige Berichten zufolge unbeliebt sind oder rechtliche Probleme in ihren Regionen haben. Đorđe Miketić, ein Mitglied der Vereinigung „Belgrad bleibt“, schlägt vor, dass Vučićs Kampagne ihn gegen die lokalen „Sheriffs“ seiner eigenen Partei positionieren wird, indem er sich als Retter des Volkes vor externen und internen Bedrohungen darstellt.
Dieser streng kontrollierte Kampagnenansatz wirft Fragen zu den internen Dynamiken der SNS und den potenziellen Auswirkungen auf die Wählerwahrnehmung auf. Die Verwendung von „neuen Gesichtern“ in der Kampagne wird von einigen als vorübergehende Maßnahme angesehen, wobei diese Personen wahrscheinlich nach den Wahlen aus der politischen Szene verschwinden werden, wie in früheren Kampagnen beobachtet. Analysten hoffen, dass die serbischen Wähler sich von diesen Taktiken nicht beeinflussen lassen und sich an ähnliche Strategien aus früheren Wahlen erinnern.
Die Opposition wiederum sieht in der Kampagne eine Gelegenheit, auf den Mangel an substanzieller Führung innerhalb der SNS jenseits von Vučić hinzuweisen. Sie argumentieren, dass die Abhängigkeit der Partei von Vučićs persönlicher Anziehungskraft eine Schwäche in ihrer breiteren politischen Struktur anzeigt. Mit dem herannahenden Wahltermin bleibt abzuwarten, wie effektiv Vučićs Kampagnenstrategie ist und welchen Einfluss sie auf die Wahlchancen der SNS hat.







