Ungarn hebt Krypto-Verbot auf, orientiert sich am EU-MiCA-Rahmen

Juni 14, 2026

Ungarn überarbeitet seine strengen Kryptowährungsregulierungen und signalisiert damit einen bemerkenswerten Wandel im Umgang des Landes mit digitalen Vermögenswerten. Diese regulatorische Kehrtwende reißt den Rahmen nieder, der unter dem früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán etabliert wurde, der bestimmte Krypto-Aktivitäten kriminalisiert und strenge Strafen für unlizenzierte Börsen und unerlaubte Transaktionen verhängt hatte. Die Änderungen sind Teil eines umfassenderen Trends hin zu offeneren und koordinierten Krypto-Richtlinien weltweit.

Die vorherigen Vorschriften, die am 1. Juli 2025 in Kraft traten, gehörten zu den restriktivsten in der Europäischen Union. Sie kriminalisierten die Nutzung unlizenzierter Börsen und unautorisierter hochpreisiger Krypto-Transaktionen, wobei die Strafen je nach Wert der Transaktion und Art der erbrachten Dienstleistung zwischen zwei und acht Jahren Freiheitsstrafe lagen. Diese Regeln führten zu einem signifikanten Rückgang des inländischen Handelsvolumens und erhöhten Compliance-Kosten für lokale Firmen, da Plattformen wie Revolut die Krypto-Dienste in Ungarn aussetzten.

Zoltán Tanács, Ungarns Minister für Wissenschaft und Technologie, beschrieb die vorherigen Regeln als „politisch motiviert“ und nicht als echte Marktschutzmaßnahmen. Er kündigte die Absicht der Regierung an, die strafrechtliche Verfolgung von Marktteilnehmern abzuschaffen und die Cybersecurity-Vorschriften zu überprüfen, die etwa 4.000 ungarische Unternehmen unter der NIS2-Richtlinie betreffen. Ziel ist es, das nationale Recht Ungarns mit der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) in Einklang zu bringen, die Krypto-Aktivitäten im gesamten Block regelt.

Die Entscheidung, diese Vorschriften zurückzunehmen, wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen über die Grenzen Ungarns hinaus haben. Durch die Angleichung an den MiCA-Rahmen möchte Ungarn sein regulatorisches Umfeld an die Standards aller 27 EU-Mitgliedstaaten anpassen. Diese Angleichung wird erwartet, um internationale Plattformen wieder nach Ungarn zu ziehen und den Betrieb inländischer Anbieter zu erleichtern, was ein förderlicheres Umfeld für Innovationen im Bereich digitaler Vermögenswerte schaffen sollte.

Der Schritt der ungarischen Regierung folgt einem globalen Trend, in dem Regierungen ihre repressive Krypto-Politik überdenken. Im April hob die Zentralbank Pakistans ein achtjähriges Verbot von Kryptowährungsoperationen auf, was einen breiteren Wandel hin zu regulatorischer Offenheit in Schwellenländern widerspiegelt. Die Konvergenz dieser Entwicklungen deutet darauf hin, dass restriktive einseitige Rahmenbedingungen zunehmendem Druck ausgesetzt sind, da die institutionelle Akzeptanz digitaler Vermögenswerte weltweit zunimmt.

Der Rahmen aus der Orbán-Ära hatte Ungarn in Konflikt mit dem breiteren MiCA-Rahmen gebracht, was eine EU-Untersuchung darüber auslöste, ob die Beschränkungen den gemeinschaftlichen Vorschriften entsprachen. Mit der Rücknahme dieser Vorschriften möchte Ungarn nicht nur diese Spannungen lösen, sondern auch seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Krypto-Markt verbessern.

Beamte haben Estland als Modell für den Wiederaufbau von Ungarns digitalem Regulierungsumfeld identifiziert. Estland ist bekannt für seine progressive Haltung zur digitalen Innovation und hat digitale Vermögenswerte erfolgreich in seine Wirtschaft integriert. Indem Ungarn Estlands Beispiel folgt, hofft es, einen regulatorischen Rahmen zu schaffen, der Innovationen fördert und gleichzeitig Markstabilität und Sicherheit gewährleistet.

Trotz der angekündigten Änderungen hat die ungarische Regierung noch keinen Zeitrahmen festgelegt, wann die Gesetzesänderungen in Kraft treten werden. Die Absicht ist jedoch klar: ein günstigeres Umfeld für den Handel mit Kryptowährungen und Innovationen in Ungarn zu schaffen. Diese Wende wird erwartet, um internationale Plattformen und Investoren anzuziehen und Ungarns Position im globalen Markt für digitale Vermögenswerte zu stärken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ungarns regulatorische Kehrtwende zur Kryptowährung einen bedeutenden Schritt darstellt.