Ungarn lockert Krypto-Regeln und kippt Orbán-Ära Beschränkungen

Juni 13, 2026

Ungarn lockert seine strengen Kryptowährungsregelungen, die unter dem früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán eingeführt wurden. Die Regierung kündigte diese Woche an, dass sie den restriktiven Rahmen abbauen möchte, der bestimmte Krypto-Aktivitäten kriminalisiert hatte. Diese Maßnahmen hatten dazu geführt, dass große digitale Plattformen das Land verlassen haben, und hatten die Aufmerksamkeit der Europäischen Union auf sich gezogen.

Die vorherige Gesetzgebung, die am 1. Juli 2025 in Kraft trat, sah strenge Strafen für unlizenzierte Krypto-Börsen und unbefugte Transaktionen im hohen Wert vor. Personen, die an Transaktionen zwischen 50 Millionen und 500 Millionen ungarischen Forinten (etwa 162.000 bis 1,62 Millionen Dollar) beteiligt waren, sahen sich je nach Transaktionswert mit Haftstrafen von bis zu zwei oder fünf Jahren konfrontiert. Darüber hinaus konnten Dienstleister, die ohne Lizenz der Zentralbank operierten, mit bis zu acht Jahren Gefängnis bestraft werden. Diese Maßnahmen führten zu einem erheblichen Rückgang des inländischen Handelsvolumens, da lokale Unternehmen mit hohen Compliance-Kosten zu kämpfen hatten, was dazu führte, dass Plattformen wie Revolut ihre Krypto-Dienste in Ungarn aussetzten.

Die Sprecherin der Regierung, Anita Kobol, bestätigte die Rücknahme der Regulationen und erklärte, dass die neue Verwaltung beabsichtige, den Handel mit Kryptowährungen zu entkriminalisieren und die Haftstrafen abzuschaffen, die ein Markenzeichen der Orbán-Politik waren. Zoltán Tanács, Ungarns Minister für Wissenschaft und Technologie, bezeichnete die vorherigen Regelungen als „politisch motiviert“ und nicht als echte Marktschutzmaßnahmen. Die Regierung plant nun, die strafrechtliche Verfolgung von Marktteilnehmern abzuschaffen und die Cybersecurity-Regeln zu überarbeiten, die etwa 4.000 ungarische Unternehmen gemäß der NIS2-Richtlinie betreffen.

Die Entscheidung, die Krypto-Vorschriften zu überarbeiten, ist Teil von Ungarns umfassenderen Bemühungen, seine nationalen Gesetze mit der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) in Einklang zu bringen. Diese Anpassung wird erwartet, um Ungarn an die regulatorischen Standards anzugleichen, die jetzt für alle 27 EU-Mitgliedstaaten gelten. Der Rahmen der Orbán-Ära galt als einer der restriktivsten innerhalb der Europäischen Union, und die EU-Untersuchung zur Einhaltung der Vorschriften in Ungarn hatte das Land in Konflikt mit dem breiteren MiCA-Rahmen gebracht.

Beamte haben angedeutet, dass das regulatorische Umfeld Estlands als Modell für die neuen Richtlinien Ungarns für digitale Assets dienen wird. Die Reformen sollen internationale Plattformen zurück nach Ungarn ziehen und die betrieblichen Reibungen für heimische Anbieter verringern. Diese Wende ist nicht nur für Ungarn von Bedeutung, sondern auch für den breiteren europäischen Krypto-Markt, da sie einen wachsenden Trend unter den Regierungen widerspiegelt, bestrafende Krypto-Richtlinien zu überdenken.

Die globale Landschaft für die Regulierung von Kryptowährungen entwickelt sich weiter, wobei Länder zunehmend auf offenere und koordinierte regulatorische Rahmenbedingungen zusteuern. Im April hob die Zentralbank Pakistans ein achtjähriges Verbot von Kryptowährungsoperationen auf und signalisiert damit einen breiteren Trend zu regulatorischer Offenheit in Schwellenländern. Die Konvergenz dieser Veränderungen deutet darauf hin, dass restriktive einseitige Rahmenbedingungen unter Druck geraten, da die institutionelle Einführung digitaler Assets global ansteigt.

Obwohl die ungarische Regierung noch keinen Zeitplan für die Umsetzung der legislativen Änderungen festgelegt hat, wurde die Ankündigung bereits mit Optimismus von der Krypto-Community aufgenommen. Es wird erwartet, dass die Reformen ein günstigeres Umfeld für Innovationen und Investitionen im Bereich digitaler Assets in Ungarn schaffen, was das Land möglicherweise als wettbewerbsfähigen Akteur im europäischen Krypto-Markt positioniert.

Diese politische Wende unterstreicht die Herausforderungen.