Der US-Außenminister Marco Rubio führte kürzlich strategische Gespräche mit dem irakischen Premierminister Mohammed Shia al-Sudani vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und Iran. Diese Gespräche finden statt, während der Irak einen Regierungswechsel mit der erwarteten Rückkehr von Nouri al-Maliki als Premierminister vorahmt.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Transfer von ISIL-internierten Personen von Syrien in den Irak, was einen strategischen Wandel im Kampf gegen die extremistische Gruppe signalisiert. Das US-Militär hat bereits 150 Gefangene von Hasakah in Syrien an einen sicheren Ort im Irak verlegt, mit Plänen für bis zu 7.000 weitere. Dies stellt einen Abkehr von der Abhängigkeit von den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften dar und deutet auf eine neue Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung nach Bashar al-Assad hin.
Rubio lobte die Rolle des Iraks beim Transfer und betonte die Bedeutung der Unabhängigkeit des Iraks von iranischem Einfluss. Er warnte, dass eine von Iran beeinflusste Regierung Schwierigkeiten haben würde, nationale Interessen zu priorisieren und starke Beziehungen zu den USA aufrechtzuerhalten. Dies unterstreicht die Besorgnis Washingtons über pro-iranische schiitische militante Gruppen im Irak, insbesondere innerhalb der Volksmobilisierungskräfte, die eine Schlüsselrolle im Kampf gegen ISIL spielten.
Das Treffen zwischen Rubio und al-Sudani fällt mit der erwarteten Rückkehr von Nouri al-Maliki zusammen und wirft Fragen zur politischen Zukunft des Iraks und deren Auswirkungen auf die US-irakischen Beziehungen auf. Al-Malikis frühere Amtszeit wurde mit dem Vorwurf konfrontiert, sektiererische Politiken zu verfolgen, die zum Aufstieg von ISIL beigetragen haben.
Diese Entwicklungen treten vor dem Hintergrund einer breiteren regionalen Spannung zwischen den USA und Iran auf. Die USA haben militärische Mittel in den Nahen Osten entsandt; Präsident Donald Trump kündigte an, eine „Armada“ in Richtung Golf zu schicken, die sich auf Iran konzentriert. Dies folgt auf massenhafte Proteste im Iran und militärische Zusammenstöße, einschließlich amerikanischer Angriffe auf iranische Nuklearstandorte während eines Konflikts, der Israel involvierte.
Iran hat starke Warnungen gegen jegliche Aggression ausgesprochen und dies als hybride Kriegsführung beschrieben, vor dem Hintergrund wahrgenommener Bedrohungen durch die USA und Israel. Diese Spannungen haben bedeutende regionale Implikationen und wecken Sorgen über mögliche Instabilität.
Die Situation im Irak, zusammen mit den weitreichenderen Spannungen zwischen den USA und Iran, stellt Herausforderungen für die regionale Stabilität dar. Die USA zielen darauf ab, den Irak als stabilisierende Kraft im Nahen Osten zu unterstützen, müssen jedoch komplexe Allianzen und Rivalitäten navigieren, die die geopolitische Landschaft der Region prägen.




