Venezianische Kommission lobt Fortschritte bei Serbiens Just reform

Juni 14, 2026

Die Venedig-Kommission hat einen positiven Bewertungsbericht zu den im Januar vom serbischen Parlament verabschiedeten Entwürfen für Änderungen der Justizgesetze abgegeben. Die endgültige Stellungnahme wird bald auf der Website des Europarats veröffentlicht und an das serbische Parlament gesendet. Dies stellt einen bedeutenden Schritt im Bestreben Serbiens dar, den Rechtsstaat zu stärken und sich an europäische Standards anzugleichen.

Professor Vladan Petrov, Präsident des Verfassungsgerichts und Mitglied der Venedig-Kommission, äußerte Zufriedenheit mit den Fortschritten Serbiens. In einem Gespräch mit RTS hob Petrov den intensiven Prozess hervor, die Gesetzentwürfe mit den Empfehlungen der Kommission in Einklang zu bringen. „Serbien hat in kurzer Zeit viel erreicht und diese Änderungen weitgehend vorbereitet, die bald in das parlamentarische Verfahren eingehen sollten“, erklärte Petrov.

Der Prozess begann mit einer Dringlichkeitseinschätzung der Venedig-Kommission im April, in der sowohl positive Aspekte als auch Schwächen in den vorgeschlagenen Änderungen festgestellt wurden. Darauf folgte ein intensiver Dialog zwischen Vertretern der Nationalversammlung, des Justizministeriums und Experten. Petrov erwähnte nahezu tägliche Kommunikation mit der Venedig-Kommission, die zu abgestimmten Empfehlungen und fortlaufenden Änderungen der Entwürfe führte.

Ein zentrales Problem war die mangelnde Transparenz bei der Verabschiedung der „Mrdić-Gesetze“, die von der Venedig-Kommission kritisiert wurden. Petrov erkannte dies an: „Das Verfahren zur Verabschiedung dieser Gesetze war nicht ausreichend transparent. Das ist unbestritten, und die Venedig-Kommission hat darauf hingewiesen. Wir haben dies in der zweiten Phase nach der Dringlichkeitseinschätzung erheblich verbessert.“

Die Entwurf der Folgestellungnahme lobt die konstruktive Zusammenarbeit der serbischen Behörden und die raschen Bemühungen zur Umsetzung der Empfehlungen. Petrov stellte fest, dass acht von neun spezifischen Empfehlungen vollständig erfüllt wurden, wobei nur noch eine technische Anpassung für die neunte aussteht. „Wir haben im Wesentlichen alle Empfehlungen aus der Dringlichkeitseinschätzung vom April 2026 erfüllt“, bestätigte er.

Diese Änderungen sind entscheidend im Reformprozess des Justizsystems Serbiens, der darauf abzielt, die Unabhängigkeit und Effizienz der Justiz zu verbessern. Die Änderungen sollen Probleme wie die Ernennung und Bewertung von Richtern und Staatsanwälten angehen, die seit langem umstritten sind. Mit der Angleichung seines Justizrahmens an europäische Standards will Serbien seine EU-Mitgliedschaftsperspektiven stärken und seine internationale Position verbessern.

Das positive Feedback der Venedig-Kommission zeugt von Serbiens Engagement, sein Justizsystem zu reformieren. Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Transparenz und Inklusivität in den Gesetzgebungsprozessen sind kritische Bereiche, die verbessert werden müssen. Während Serbien diese Reformen vorantreibt, wird eine fortdauernde Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen wie der Venedig-Kommission entscheidend sein, um wirksame Veränderungen sicherzustellen.

Diese positive Bewertung durch die Venedig-Kommission stellt einen bedeutenden Meilenstein in den Reformbestrebungen Serbiens im Bereich der Justiz dar.