Die vierte Anhörung im Fall des Generalstabs ist für den 21. September angesetzt, wobei erhebliche Aufmerksamkeit auf die Aussage von Estela Radonjić Živkov gerichtet ist. Radonjić Živkov, eine Konservatorin des Republik Instituts für den Schutz von Kulturdenkmälern, wird erwartet, gegen Nikola Selaković, den serbischen Kulturminister, auszusagen. Dieser Fall hat Bedenken hinsichtlich von Zeugeneinschüchterung und politischem Druck aufgeworfen, da Radonjić Živkov berichtet, sich bedroht zu fühlen und glaubt, dass die rechtlichen Maßnahmen gegen sie politisch motiviert sind, um ihre Glaubwürdigkeit als Zeugin zu untergraben.
Radonjić Živkov ist in rechtliche Verfahren verwickelt, die von der Staatsanwaltschaft Belgrad eingeleitet wurden und sich auf öffentliche Aufträge sowie auf Restaurierungsarbeiten in der archäologischen Stätte Tsaričin grad und im Kloster Manasija beziehen. Diese Verfahren begannen kurz nach einer vorherigen Anhörung im Fall des Generalstabs, und Radonjić Živkov hat auf Rat ihres Anwalts abgelehnt, eine Aussage an die Kriminalpolizei zu machen. Sie behauptet, das ultimative Ziel dieser Maßnahmen sei es, sie vor der bevorstehenden Anhörung zu verhaften, wodurch ihr Ruf und ihre Glaubwürdigkeit durch die regime-eigenen Medien als „korrupt“ dargestellt werden sollen.
Berufsverbände, die Wissenschaftsgemeinschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen haben ihre Bedenken geäußert und vorgeschlagen, dass diese Maßnahmen einen Versuch darstellen, einen wichtigen Zeugen einzuschüchtern. Sie argumentieren, dass solcher Druck die Freiheit der Experten untergräbt, ohne Angst vor Vergeltung auszusagen. Auch die Vereinigung der Architekten Serbiens hat diese Themen in einem Schreiben an Jared Kushner hervorgehoben und dabei auf die breiteren Auswirkungen auf Serbiens Ruf als sicheres Geschäftsumfeld hingewiesen.
Im Fall des Generalstabs gab es bereits zuvor Vorwürfe der Zeugeneinschüchterung und politischer Einmischung, die aufgrund ihrer Auswirkungen auf den Erhalt des Kulturerbes und die Beteiligung von Regierungsbeamten erhebliche Aufmerksamkeit erregten. Die Situation wurde durch die Behauptungen komplizierter, dass das Ministerium für Kultur, unter der Leitung von Selaković, in die Untergrabung der Glaubwürdigkeit wichtiger Zeugen verwickelt ist.
Das rechtliche Team von Radonjić Živkov und ihre Unterstützer argumentieren, dass die Maßnahmen gegen sie Teil einer umfassenderen Strategie sind, um diejenigen zu diskreditieren, die sich gegen bestimmte Regierungsprojekte, wie die umstrittene Hotelentwicklung auf dem Generalstabsgebäude in Belgrad, aussprechen. Dieses Projekt, das ursprünglich Kushner betraf, wurde nach öffentlichem Widerstand und Bedenken hinsichtlich des Erhalts des kulturellen Erbes aufgegeben.
Mit der bevorstehenden Anhörung gibt es Unsicherheiten hinsichtlich der möglichen Ergebnisse und ob weitere rechtliche Maßnahmen gegen Radonjić Živkov eingeleitet werden. Der Fall hebt die anhaltenden Spannungen in Serbiens politischer Landschaft hervor, insbesondere in Bezug auf die Rolle von Expertenaussagen und die Unabhängigkeit der Justiz. Die Situation bleibt ein zentraler Punkt für Diskussionen über politische Freiheit und den Schutz des Kulturerbes in Serbien.







