Ein vorgeschlagener Gesetzesentwurf über den Personentransport in Serbien hat erhebliche Bedenken bei traditionellen Taxiunternehmern, insbesondere beim Belgrader Taxiunternehmerverband (SITAB), ausgelöst. Der Gesetzesentwurf würde, falls er verabschiedet wird, app-basierten Taxi-Diensten erlauben, von den lokalen Tarifvorschriften abzuweichen, was möglicherweise zu Preiserhöhungen von bis zu 30 % in Zeiten hoher Nachfrage führen könnte. Diese Entwicklung hat Alarm geschlagen über mögliche monopolartige Praktiken von app-basierten Plattformen, die, so SITAB, die regulierten Tarifstrukturen untergraben könnten, die zum Schutz sowohl der Verbraucher als auch der Taxiunternehmer eingerichtet wurden.
SITAB hat vehementen Widerspruch gegen die vorgeschlagenen Änderungen eingelegt und argumentiert, dass sie den Markt stören und nicht im besten Interesse der Passagiere oder der traditionellen Taxiunternehmen seien. Der Verband vertritt die Auffassung, dass die Erlaubnis für app-basierte Dienste, Preise unabhängig von den lokalen Tarifvorschriften festzulegen, das bestehende Taxametersystem, das Transparenz und Konsistenz in der Preisgestaltung gewährleistet, effektiv zerschlagen könnte. „Wir wollen ausschließlich regulierte Preise, gemäß dem Handelsgesetz,“ sagte ein SITAB-Vertreter und betonte die Bedeutung, ein System aufrechtzuerhalten, in dem Fahrgäste die Kosten ihrer Fahrt im Voraus kennen und sich auf einen professionellen Service verlassen können.
Der Verband wies auch auf das Potenzial für eine erhöhte Betrieb von sogenannten „wilden Taxis“ oder unregulierten Fahrern hin, die seiner Meinung nach unter dem neuen Gesetz anwachsen könnten. SITAB äußerte Frustration darüber, vom Gesetzgebungsprozess ausgeschlossen zu sein, und stellte fest, dass keiner ihrer 15 eingereichten Vorschläge bei der Ausarbeitung des neuen Gesetzes berücksichtigt wurde. Sie argumentieren, dass das derzeitige Gesetz wirksam ist und dass die vorgeschlagenen Änderungen scheinbar eine Privatisierung der Taxiindustrie begünstigen, die app-basierten Diensten und deren Betreibern zum Nachteil traditioneller Taxifahrer zugutekommt.
Neben den Tarifbedenken fordert SITAB eine neue Studie zur Ermittlung der tatsächlich benötigten Anzahl von Taxis in Belgrad, da die letzte Analyse 2019 durchgeführt wurde. Sie sind der Meinung, dass eine solche Studie überfällig und notwendig ist, um sicherzustellen, dass der Taximarkt für die Betreiber rentabel bleibt. Darüber hinaus setzt sich SITAB für strengere Berufsstandards für Taxifahrer ein und kritisiert den Vorschlag des Gesetzesentwurfs, die Qualifikationsanforderungen für Fahrer zu senken. Der Verband besteht darauf, dass Taxifahrer hochqualifizierte Fachleute sein sollten, angesichts der öffentlichen Natur ihres Dienstes.
SITAB hat auch eine stärkere Aufsicht durch die zuständigen Regierungsstellen, wie das Ministerium für Bau, Verkehr und Infrastruktur, gefordert, um die Einhaltung der bestehenden Transportgesetze zu gewährleisten. Trotz regelmäßiger Kommunikation mit den Behörden behauptet SITAB, dass es wenig konkrete Reaktionen auf ihre Bedenken gegeben habe, was zu einem langanhaltenden Zyklus ungelöster Probleme in der Taxiindustrie führe.
Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf hat weitreichende Auswirkungen auf den serbischen Verkehrsmarkt, insbesondere darauf, wie er die Interessen traditioneller Taxi-Dienste mit dem wachsenden Einfluss von app-basierten Plattformen ausbalanciert. Das Ergebnis dieses Gesetzgebungsverfahrens könnte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf sowohl Taxiunternehmer als auch Verbraucher haben, was Preise, Marktdynamik und die gesamte Struktur der Taxiindustrie in Serbien betrifft. Während der Gesetzesentwurf voranschreitet, werden die Perspektiven anderer Interessengruppen, wie Verbraucherorganisationen und Anbieter von app-basierten Diensten, entscheidend für die Gestaltung der endgültigen Gesetzgebung und deren Umsetzung sein.







