Die serbische Wirtschaft hat ein erhebliches Wachstum erfahren, mit einem reported 3,8% Anstieg des BIP im Jahresvergleich für das zweite Quartal 2026, nach einem 3,2% Anstieg im ersten Quartal. Diese Wachstumsrate gehört zu den höchsten in Europa und wird hauptsächlich von den Sektoren Einzelhandel, Großhandel und Bauwesen getrieben. Allerdings äußern Experten Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieses Wachstumsmodells, das stark auf Verbraucher spending und staatliche Investitionen angewiesen ist.
Laut Daten des Statistikamts der Republik (RZS) wurde die wirtschaftliche Expansion überwiegend durch einen 9,1% Anstieg im Bausektor, einen 5,8% Anstieg in den Bereichen professionelle, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie ein 4,4% Wachstum im Handel, Transport, Lagerung, Unterkunft und den Gastronomiesektor gefördert. Der Konsum der Haushalte stieg um 4%, während die Staatsausgaben um 2,5% zunahmen. Die Bruttoinvestitionen in Sachanlagen erhöhten sich um 3,3%, und die Exporte von Waren und Dienstleistungen wuchsen um 4,1%. Allerdings stiegen die Importe mit einer schnelleren Rate von 5,2%.
Veljko Mijušković von der Fakultät für Wirtschaft in Belgrad betonte, dass die inländische Nachfrage, insbesondere der Konsum, derzeit ein wesentlicher Motor der wirtschaftlichen Aktivitäten ist, auch Investitionen und Exporte jedoch eine Rolle spielen. Trotz dieser positiven Indikatoren warnte Mijušković, dass die aktuelle Wachstumsstruktur nicht ideal für eine langfristige Nachhaltigkeit sei. Er betonte die Notwendigkeit eines Wachstumsmodells, das zunehmend auf private Investitionen, Produktivitätswachstum, technologische Fortschritte und den Export von hochwertigen Waren und Dienstleistungen angewiesen ist.
Milorad Filipović, ein weiterer Professor an der Fakultät für Wirtschaft, sprach ähnliche Bedenken aus und bezeichnete das derzeitige Wachstum als „einmalig“ und langfristig nicht nachhaltig. Er warnte, dass die anhaltende Abhängigkeit von Verbraucher spending und staatlichen Investitionen, kombiniert mit steigenden Staatsverschuldungen, zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch führen könnte. Filipović äußerte außerdem Skepsis gegenüber vorläufigen BIP-Schätzungen, da diese oft überarbeitet werden.
Für die Zukunft schlug Mijušković vor, dass die Aufrechterhaltung der aktuellen Wachstumsrate im Laufe des Jahres von verschiedenen Faktoren abhängen wird, einschließlich der Fortsetzung des Investitionszyklus, des Wachstums der realen Löhne und des Konsums, der landwirtschaftlichen Leistung, der Trends in der industriellen Produktion, der Exportnachfrage aus der Europäischen Union, insbesondere aus Deutschland, sowie geopolitischen und energietechnischen Risiken. Er prognostizierte eine BIP-Wachstumsrate von etwa 3% bis 3,5% für 2026, vorausgesetzt, es gibt keine großen externen wirtschaftlichen oder energetischen Schocks. Für 2027 sieht Mijušković das Potenzial für eine Beschleunigung auf 4% Wachstum, getrieben durch laufende große Investitionszyklen und Aktivitäten im Zusammenhang mit EXPO 2027. Er betonte jedoch, dass die Aufrechterhaltung solcher Wachstumsraten erfolgreiche Produktivitätssteigerungen erfordern wird.
Das aktuelle wirtschaftliche Szenario in Serbien verdeutlicht die Herausforderungen, das unmittelbare Wachstum mit langfristiger Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Während die jüngsten BIP-Zahlen eine robuste wirtschaftliche Leistung widerspiegeln, wirft die Abhängigkeit von Verbraucher spending und staatlichen Investitionen Fragen zur zukünftigen Stabilität und Gesundheit der Wirtschaft auf. Der Fokus auf die Diversifizierung der Wachstumsquellen und die Verbesserung der Produktivität wird entscheidend sein, damit Serbien sein wirtschaftliches Momentum in den kommenden Jahren aufrechterhalten kann.







