Das serbische Ministerium für Umweltschutz hat das Projekt „Vrati lek“ ins Leben gerufen, eine Pilotinitiative, die darauf abzielt, einen rechtlichen Rahmen für die Entsorgung von pharmazeutischen Abfällen zu schaffen. Dieses Projekt, das am 1. September 2026 begann, ermöglicht es den Bürgern von Belgrad, unbenutzte oder abgelaufene Medikamente kostenfrei in ausgewiesene Apotheken zurückzubringen. Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Bemühens, die unsachgemäße Entsorgung von Pharmazeutika zu verhindern, die erhebliche Umweltrisiken darstellt.
Das Pilotprojekt umfasst zunächst 13 Apotheken in der Gemeinde Zvezdara in Belgrad. Es wird im Oktober nach Novi Sad und im November nach Niš ausgeweitet, wobei jede Phase einen Monat dauert. Das Ministerium möchte in Zusammenarbeit mit der serbischen Handelskammer ein System für die Sammlung, sichere Lagerung, den Transport und die Entsorgung von pharmazeutischen Abfällen aus Haushalten schaffen. Dieses Bemühen soll die langjährige Praxis ersetzen, Medikamente im Hausmüll, in Gewässern oder auf Deponien zu entsorgen, was zu einer Umweltbelastung führen kann.
Sara Pavkov, die Ministerin für Umweltschutz, betonte die Bedeutung des Projekts zur Förderung des Umweltschutzes und verantwortungsvollen Verhaltens der Bürger. „Jedes Medikament, das sicher entsorgt wird, anstatt im Mülleimer oder im Abfluss zu landen, ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zum Umweltschutz“, erklärte Pavkov. Das Projekt zielt darauf ab, die Menge an pharmazeutischem Abfall, die in die kommunalen Abfallströme gelangt, zu reduzieren und die Abfallwirtschaftssysteme zu verbessern.
Die Initiative konzentriert sich auf nicht gefährliche pharmazeutische Abfälle wie Antibiotika, Medikamente zur Blutdruckregulierung, Herzkrankheiten, Diabetes, Schmerzmittel, Fieber, Erkältungen, Husten und Verdauungsprobleme. Diese Medikamente können in teilnehmenden Apotheken zurückgegeben werden, wo sie gemäß festgelegten Sicherheitsverfahren behandelt werden. Gefährliche Abfälle, einschließlich Zytostatika, Radiopharmaka und blut- oder plasmagebundle Medikamente, die spezielle Lager- und Entsobedingungen erfordern, sind jedoch von dem Projekt ausgeschlossen.
Das Projekt schließt auch medizinische Geräte wie Thermometer, Spritzen, Nadeln und Nahrungsergänzungsmittel sowie kosmetische Produkte aus. Das Ministerium hat ein klares Verfahren für die Rückgabe von Medikamenten festgelegt, das das Entfernen von Anwendungshinweisen und Verpackungen zur Wiederverwertung und das Einlegen der Medikamente in einen sauberen Beutel für die Rückgabe in die Apotheke umfasst. Dieser Prozess soll sicherstellen, dass Medikamente umweltgerecht transportiert und entsorgt werden.
Bis Dezember plant das Ministerium, den Erfolg des Projekts zu analysieren und zu prüfen, ob es im kommenden Jahr landesweit ausgeweitet werden kann. Das Projekt ist Teil eines umfassenderen Regelungsrahmens, der durch das im letzten Jahr verabschiedete Abfallwirtschaftsgesetz geschaffen wurde. Dieses Gesetz bietet spezifische Richtlinien für die Handhabung von medizinischen Abfällen und betont die Bedeutung der ordnungsgemäßen Entsorgung zum Schutz von Gesundheit und Umwelt.
Während das Projekt einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Abfallwirtschaft darstellt, hängt sein Erfolg von der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Einbindung der Apotheken ab. Das Ministerium hofft, dass die Initiative eine Kultur des ordnungsgemäßen Managements pharmazeutischer Abfälle unter den Bürgern fördern wird, sodass eine sichere Entsorgung zu einer einfachen und zugänglichen Gewohnheit wird. Das langfristige Ziel ist, dieses System in den Alltag in ganz Serbien zu integrieren, um sicherzustellen, dass pharmazeutische Abfälle verantwortungsvoll und nachhaltig behandelt werden.







