Neues Buch dokumentiert Roma-Erfahrungen im Kosovo-Konflikt

Juni 13, 2026

Die Veröffentlichung „Ljudi govore – Manuša vakharena“ wurde kürzlich in Belgrad vorgestellt und wirft Licht auf die Erfahrungen der Roma-Gemeinschaft während des Kosovo-Konflikts von 1998 und 1999. Dieses Buch, eine Sammlung von Zeugenaussagen, wurde vom Zentrum für die Ausbildung der Roma und ethnischen Gemeinschaften (CEREZ) präsentiert, um die Erinnerungen an die Entbehrungen, Vertreibungen und persönlichen Geschichten der Roma während dieser turbulenten Zeit zu bewahren.

Die Veranstaltung beinhaltete Diskussionen von institutionellen Vertretern und Autoren, die an der Sammlung und Aufarbeitung dieser Zeugenaussagen beteiligt waren. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Bedeutung der Dokumentation der Erfahrungen der Roma gelegt, die während des Krieges zwischen den konfliktierenden Seiten gefangen waren. Ljuan Koko, Präsident von CEREZ, hob das Schicksal vieler Roma hervor, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, wobei zahlreiche Familien immer noch nach vermissten Angehörigen suchen.

Koko betonte, dass das Hauptziel des Buches darin besteht, die authentischen Berichte derjenigen zu bewahren, die den Krieg überlebt haben, und sicherzustellen, dass ihre Geschichten nicht vergessen werden. Er stellte klar, dass die Veröffentlichung kein Versuch ist, die Ereignisse politisch zu interpretieren, sondern vielmehr ein Bestreben, menschliche Erfahrungen und historische Fakten festzuhalten, die lange Zeit von der Öffentlichkeit übersehen wurden.

Ninoslav Jovanović, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Beschäftigung, Veteranen und soziale Angelegenheiten, unterstrich die Notwendigkeit, verantwortungsbewusst über alle Kriegsopfer zu sprechen, ohne selektive Ansätze. Er erklärte, dass jeder Verlust Respekt verdient und die Wahrheit über vergangene Ereignisse nicht zum Schweigen gebracht werden darf, unabhängig von der Nationalität der Opfer.

Der Prozess der Zusammenstellung des Buches umfasste die Sammlung zahlreicher Zeugenaussagen von Personen, die direkte Teilnehmer oder Zeugen der Ereignisse während des Konflikts waren. Koko stellte fest, dass zwar eine erhebliche Menge an Material gesammelt wurde, jedoch eine weitere Aufarbeitung erforderlich ist und die Forschung fortgesetzt wird.

Besondere Aufmerksamkeit während der Buchpräsentation wurde dem Thema der vermissten Personen gewidmet. Koko wies darauf hin, dass Familien weiterhin Antworten über das Schicksal ihrer Angehörigen suchen und dass es entscheidend ist, dass Institutionen diese Fälle weiterhin untersuchen, unabhängig von der verstrichenen Zeit.

Jovanović bemerkte, dass solche Publikationen eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der Erinnerungs-kultur und der Sensibilisierung für das Leid von Gemeinschaften spielen, die oft am Rande des gesellschaftlichen Interesses stehen. Er fügte hinzu, dass es entscheidend ist, Raum für Dialog und Verständnis zu schaffen, um eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Respekt für Menschenrechte und die Würde aller Bürger basiert.

Der Präsident von CEREZ kündigte an, dass die Organisation weiterhin Zeugenaussagen über das Leid der Roma während des Kosovo-Konflikts sammeln und veröffentlichen wird, um historische Aufzeichnungen zu bewahren und künftigen Generationen ein besseres Verständnis der Ereignisse zu ermöglichen, die das Ende des letzten Jahrhunderts prägten.

Fast drei Jahrzehnte nach dem Ende des Konflikts in Kosovo und Metohija bleiben viele Zeugenaussagen über das Leid, die Verfolgung und das Verschwinden von Mitgliedern der Roma-Gemeinschaft weitgehend unbekannt für die breitere Öffentlichkeit. Veröffentlichungen wie „Ljudi govore – Manuša vakharena“ tragen erheblich zur Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses und zur Dokumentation historischer Fakten bei, um sicherzustellen, dass die Erfahrungen der Opfer und ihrer Familien für zukünftige Generationen festgehalten werden.