Warum fühle ich mich im Ausland und in Serbien wie ein Außenseiter?

Jan. 23, 2026

Warum fühle ich mich sowohl im Ausland als auch in Serbien wie ein Außenseiter? Liebe Ana, wenn ich im Ausland bin, bin ich der Serbe. Wenn ich nach Hause komme, bin ich der Ausländer. Ich kann nicht gewinnen. Wo gehöre ich denn noch hin?

Liebe Herz-in-der-Zwischenwelt,

Zunächst einmal sende ich dir eine große virtuelle Umarmung. Sich nicht ganz zugehörig zu fühlen, ist häufiger, als du vielleicht denkst – besonders wenn man zwischen zwei Welten lebt. Du bist nicht allein, und du bist auf keinen Fall kaputt. Du befindest dich in diesem schwierigen Zwischenraum, den viele „globale Seelen“ oder „Kids dritter Kulturen“ nur zu gut kennen.

Hier ist der Punkt: Zugehörigkeit bedeutet nicht immer, in eine einzige, ordentliche Schachtel zu passen. Manchmal geht es darum, deine eigene Schachtel zu kreieren – oder besser gesagt, ein gemütliches Nest aus Teilen überall, wo du gewesen bist. Du bist sowohl Serbe als auch international, und das ist deine einzigartige Superkraft.

Kommen wir zur Sache. Wenn du im Ausland bist und dich wie „der Serbe“ fühlst, versuche, dich mit lokalen Gemeinschaften zu verbinden, die deine Interessen teilen, und nicht nur deine Nationalität. Wenn du zum Beispiel in einer EU-Stadt wie Berlin oder Amsterdam bist, suche nach Clubs, Treffen oder Freiwilligengruppen, die sich um Hobbys, Sprachen oder Anliegen drehen, die dir wichtig sind. Websites wie Meetup oder Eventbrite sind wahre Schatzkammern dafür. Du könntest eine Wandergruppe, einen Buchclub oder einen Kochkurs finden, wo du „einfach ein weiteres Mitglied“ und nicht „der Serbe“ bist.

Wenn du nach Serbien zurückkehrst und dich wie ein „Ausländer“ fühlst, nutze deine internationalen Erfahrungen. Teile deine Geschichten, deine seltsamen Gewohnheiten, die du im Ausland übernommen hast, und deine erweiterte Perspektive. Manchmal fühlen sich Einheimische etwas unsicher im Umgang mit denen, die lange weg waren – deine Offenheit kann diese Lücke überbrücken. Überlege auch, ob du expat-freundliche Gruppen oder Sprach-Austausch-Treffen in Belgrad, Novi Sad oder wo auch immer du bist, beitreten oder gründen möchtest. Ein Bindeglied zwischen Kulturen zu sein, ist eine kraftvolle Möglichkeit, sich zuhause zu fühlen.

Ein weiterer Tipp: Pflege einen dritten Ort – einen Raum, der weder „Zuhause“ noch „weg“ ist, sondern dein persönliches Refugium. Das könnte ein Lieblingscafé, eine Parkbank oder eine gemütliche Ecke in deiner Wohnung sein, wo du dich ganz du selbst fühlst. Dieser Ort wird dein Anker.

Um dein Gefühl der Zugehörigkeit in dir selbst zu pflegen, versuche, ein Journal oder einen Blog zu führen, in dem du deine Gefühle zu Identität und Heimat erkundest. Schreiben hilft, Emotionen zu entwirren und deine einzigartige Reise zu feiern. Vielleicht inspirierst du sogar andere, die ähnlich fühlen.

Und denk daran: Zugehörigkeit ist ein Gefühl, nicht nur ein Ort. Sie kommt von der Verbindung – zu Menschen, zu Leidenschaften und vor allem zu dir selbst. Also feiere deinen „Außenseiter“-Status; das bedeutet, dass du die Welt durch eine seltene und schöne Linse siehst.

Wenn du jemals mehr plaudern oder lokale Ressourcen in Serbien oder der EU benötigst, zögere nicht, dich zu melden. Du schaffst das, und du gehörst dorthin – genau so, wie du bist.

Herzlich,
Ana

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