Serbischer Justizverband kritisiert Änderungen, die Rechtsstandards untergraben

Juni 13, 2026

Präsident der Vereinigung der Justizbehörden, Nemanja Đurić, hat die jüngsten Änderungen eines Gesetzespakets, bekannt als „Mrdićs Gesetze“, kritisiert. Diese Änderungen bedrohen laut Đurić hart erkämpfte Standards in der Judikative. Der Standpunkt der Vereinigung ist, dass die Venedig-Kommission des Europarats voraussichtlich keine positive Stellungnahme zu diesen Änderungen abgeben wird, die unter Juristinnen und Juristen in Serbien erheblichen Diskussionen ausgelöst haben.

Đurićs Bedenken konzentrieren sich auf drei spezifische Bestimmungen, die in den Gesetzestexten verbleiben. Dazu gehören die Nichtzuweisung von zwei Staatsanwälten an die Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität, das Verfahren zur Auswahl des amtierenden obersten Staatsanwalts und Beschränkungen der Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft mit internationalen Strafverfolgungsbehörden. Trotz des Drucks aus der Rechtsgemeinschaft, die sich in Sitzungen, Arbeitsgruppen und öffentlichen Anhörungen engagiert hat, sowie in nicht-institutionellen Aktionen wie dem „Marsch für die Gerechtigkeit“, hat das Justizministerium lediglich sieben von zehn umstrittenen Bestimmungen zurückgezogen.

Der vorläufige Bericht der Venedig-Kommission deutete darauf hin, dass neun von zehn Bestimmungen in Mrdićs Gesetzen nicht mit den europäischen Standards übereinstimmen. Justizminister Nenad Vujić wird vorgeworfen, die Öffentlichkeit in die Irre geführt zu haben, indem er den Bericht als überwiegend positiv darstellte und sich auf die einzige Bestimmung konzentrierte, die Unterstützung erhielt. Dies ist strittig, da weder die Vereinigung der Justizbehörden noch andere relevante Berufsverbände in Serbien dieser spezifischen Bestimmung widersprochen haben.

Die Vereinigung beobachtet aufmerksam die Plenarsitzung der Venedig-Kommission, in der die endgültige Stellungnahme zu Mrdićs Gesetzen verabschiedet werden soll. Đurić betonte die Wichtigkeit, auf die offizielle Veröffentlichung dieser Stellungnahme zu warten, bevor endgültige Urteile über ihren Inhalt und ihre Bedeutung gefällt werden. Er äußerte das Vertrauen, dass die Stellungnahme der Kommission bald sowohl der Fachwelt als auch der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.

Diese Situation verdeutlicht einen umfassenderen Kampf innerhalb des Justizsystems von Serbien, das darum ringt, die Unabhängigkeit der Justiz und die Autonomie der Staatsanwaltschaft zu wahren. Die Änderungen wurden als ernsthafter Schlag gegen diese Prinzipien wahrgenommen, und die Vereinigung engagiert sich weiterhin für die dauerhafte Streichung der verbleibenden drei Bestimmungen aus dem serbischen Rechtsrahmen.

Die Kontroversen um Mrdićs Gesetze sind Teil eines größeren Narrativs über die Justizreform in Serbien, wo das Gleichgewicht zwischen nationalen Rechtsstandards und europäischen Erwartungen fragil bleibt. Der Ausgang dieses legislativen Kampfes könnte erhebliche Auswirkungen auf das Rechtssystem des Landes und dessen Angleichung an europäische Normen haben.

Zusammenfassend zeigt die anhaltende Debatte über Mrdićs Gesetze die Herausforderungen, vor denen Serbien steht, wenn es darum geht, sein Justizsystem zu reformieren und gleichzeitig europäische Standards einzuhalten. Die bevorstehende Stellungnahme der Venedig-Kommission wird ein entscheidender Faktor für die Zukunft dieser umstrittenen Änderungen und die breitere Richtung der Justizreform in Serbien sein. Während die Rechtsgemeinschaft auf diese Entscheidung wartet, bleibt das Engagement für die Wahrung der Unabhängigkeit der Justiz und der Autonomie der Staatsanwaltschaft im Mittelpunkt der Agenda der Vereinigung.