Serbien startet Freihandelsgespräche mit Usbekistan – europäische Premiere.

Serbien steht kurz davor, die erste europäische Nation zu werden, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Usbekistan aufnimmt, was einen bedeutenden Meilenstein in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern darstellt. Die Ankündigung wurde von Serbiens Handelsministerin Jagoda Lazarević gemacht, die erklärte, dass der Prozess mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung beginnen wird, die einen vorläufigen Schritt in Richtung formeller Verhandlungen darstellt.

Diese Entwicklung erfolgt, während die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Serbien und Usbekistan im vergangenen Jahr zugenommen hat. Seit Oktober letzten Jahres wurden vier Wirtschaft Foren organisiert, um Verbindungen zwischen den Geschäftswelten beider Nationen zu fördern. Lazarević hob das rasante Wirtschaftswachstum in Usbekistan hervor und stellte fest, dass das Bruttoinlandsprodukt des Landes im ersten und zweiten Quartal des laufenden Jahres um 8,6 % gestiegen ist. Dieses Wachstum wird als treibender Faktor für die aufstrebende Partnerschaft angesehen, da die usbekische Wirtschaft in mehreren Sektoren expandiert, die die wirtschaftlichen Fähigkeiten Serbiens ergänzen.

Derzeit hat Usbekistan Freihandelsabkommen mit Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und hat kürzlich Verhandlungen mit Indonesien und Singapur begonnen. Serbien hingegen genießt bereits ein Freihandelsregime mit Kasachstan und Kirgisistan innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion. Das potenzielle Abkommen mit Usbekistan würde die Handelsbeziehungen Serbiens in Zentralasien weiter festigen.

Lazarević betonte das Potenzial für eine Zusammenarbeit in der Landwirtschaft, einem Sektor, der 17,3 % des Bruttoinlandsprodukts Usbekistans ausmacht und ein Viertel der Erwerbsbevölkerung beschäftigt. Serbien exportiert bereits Maschinen für den Agrarsektor sowie Pflanzen- und Saatgutmaterialien nach Usbekistan. Die Ministerin erwartet, dass die Zusammenarbeit auf Joint Ventures ausgeweitet werden könnte, insbesondere im Textilsektor, und dass Serbien bevorzugte Rohstoffe für seine heimische Industrie erhalten könnte.

Von dem Handelsabkommen wird erwartet, dass es den Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen den beiden Ländern erhöht, was Serbien bedeutende Rohstoffe für seine Industrien verschafft und den Markt für serbische Produkte in Usbekistan erweitert. Zudem ist Usbekistan ein bedeutender Exporteur von Weizen und verschiedenen Früchten, was die Inlandspreise in Serbien beeinflussen könnte, wenn der Handel liberalisiert wird.

Lazarević sprach auch über ihre kürzliche Teilnahme an einem Investitionstreffen in Dubai, wo sie mit wichtigen Persönlichkeiten, darunter dem Handelsminister der VAE und dem Präsidenten der Handelskammer von Dubai, in Kontakt trat. Diese Gespräche sind Teil von Serbiens umfassender Strategie, neue Investitionen anzuziehen und seine wirtschaftlichen Partnerschaften auszubauen.

Von Januar bis Juli stiegen die Exporte Serbiens um 8,8 % auf über 21 Milliarden Euro, während die Importe langsamer um 4,4 % wuchsen. Die Europäische Union bleibt ein entscheidender Markt für Serbien, wobei die Exporte in die EU um fast 10 % gestiegen sind, angeführt von Deutschland und Italien. Die Ministerin stellte ein signifikantes Wachstum der Exporte von verarbeiteten Waren fest, die um fast 10 % zugenommen haben.

Während Serbien diese neue Phase der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Usbekistan einleitet, sind die potenziellen Vorteile beträchtlich. Die langfristigen Ergebnisse der Verhandlungen bleiben jedoch ungewiss, und das öffentliche Bewusstsein für die Auswirkungen des Abkommens könnte begrenzt sein. Nichtsdestotrotz stellt dieser Schritt einen strategischen Versuch dar, die wirtschaftliche Präsenz Serbiens in Zentralasien zu stärken und seine Handelspartnerschaften über die Europäische Union hinaus zu diversifizieren.

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