Sep. 15, 2026

Serbe wegen versuchten Mordes im Niš Café verurteilt

Stefan Ristić, ein Einwohner von Niš, Serbien, wurde zu vier Jahren Gefängnis für den versuchten Mord an Ivan Ilić verurteilt. Der Vorfall ereignete sich am 31. Oktober 2024 in einem Café im zentralen Bereich von Niš. Ristić, 35 Jahre alt, griff Ilić, 42, von hinten an und fügte ihm eine Stichwunde am Hals zu. Das Obergericht in Niš sprach das vorläufige Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, und Ristić bleibt auf freiem Fuß, während er auf die Finalisierung seines Urteils wartet.

Der Angriff ereignete sich, als Ristić sich Ilić von hinten näherte, nachdem er von der Toilette zurückgekehrt war. Den Feststellungen des Gerichts zufolge packte Ristić Ilić am Hals und stach ihn mit einem 15-Zentimeter-Messer. Trotz der Schwere des Angriffs wurden die Verletzungen als geringfügig eingestuft. Ristićs Verteidigung behauptete, dass er nicht die Absicht hatte, Ilić zu töten, sondern ihn lediglich einschüchtern wollte. Er gab an, dass Ilić ihn seit Tagen bedrohte und beleidigte und 350.000 Dinar sowie kostenlose Arbeit verlangte. Ilić wies jedoch diese Anschuldigungen vor Gericht zurück und erklärte, er habe Ristić nie bedroht oder Geld verlangt.

Die Gerichtsverhandlungen enthüllten widersprüchliche Erzählungen zwischen dem Angeklagten und dem Opfer. Ristić argumentierte, seine Handlungen seien eine Reaktion auf psychologische Belästigung gewesen, während Ilić behauptete, ihre Beziehung sei freundschaftlich gewesen und es habe keine Bedrohungen oder finanziellen Streitigkeiten gegeben. Das Gericht hörte die Aussage eines forensischen Experten, der andeutete, dass es zwar möglich sei, dass Ilić während eines Kampfes zur Verletzung beigetragen habe, dies jedoch weniger wahrscheinlich sei als das von Ilić beschriebene Szenario.

Der rechtliche Prozess war umstritten, da das Berufungsgericht in Niš die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Aufhebung von Ristićs Festnahme zurückwies. Ristićs Haft wurde zunächst im Januar 2026 aufgehoben, wodurch er auf freiem Fuß bleiben konnte, während er auf die endgültige Entscheidung über sein Urteil wartete. Der Fall hat Fragen zur öffentlichen Sicherheit und zum Umgang des Rechtssystems mit Gewaltverbrechen in Serbien aufgeworfen, wo in den Medien häufig über Kriminalitätsraten diskutiert wird.

Die Motivationen hinter dem Angriff sind umstritten, wobei Ristić von Notwehr gegen angebliche Bedrohungen spricht, während Ilićs Aussage auf einen unprovozierten Übergriff hindeutet. Diese Diskrepanz erschwert die öffentliche Wahrnehmung des Falls und verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen das serbische Rechtssystem konfrontiert ist, um Gewaltverbrechen effektiv zu behandeln. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und der Angemessenheit der rechtlichen Reaktionen auf solche Vorfälle in Serbien.

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