Das 26. Straßenmusikerfestival in Novi Sad, das für den 17. September 2026 geplant ist, wird sich aufgrund erheblicher Kürzungen der Stadtmittel deutlich von seinen vorherigen Ausgaben unterscheiden. Das Festival, das traditionell mehrere Tage dauert und internationale Künstler präsentiert, wird in diesem Jahr auf einen einzigen Tag verkürzt und umfasst ausschließlich serbische Musiker. Diese Änderung ist auf eine drastische Kürzung der Mittel durch die Stadt Novi Sad zurückzuführen, die für das Festival 2026 nur 3 Millionen Dinar bereitgestellt hat, im Vergleich zu 10,5 Millionen Dinar im Vorjahr.
Die Kürzung der Gelder ist Teil eines breiteren Rückgangs der Ausgaben für Kultur in der Stadt, die einen Rückgang der gesamten kulturellen Mittel um 68 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet hat. Dieser finanzielle Rückgang steht im scharfen Gegensatz zu dem Trend seit 2015, als Novi Sad sein Kulturbudget stetig erhöht hatte. Bis 2024 machten kulturelle Initiativen 9,33 % des Stadtbudgets aus, ein bedeutender Anstieg, der verschiedene unabhängige Festivals und Projekte, einschließlich des Straßenmusikerfestivals, unterstützte.
Das Festival, bekannt für seine lebendige Atmosphäre und die vielfältigen Darbietungen, hat historisch große Menschenmengen und internationale Künstler angezogen, darunter Zirkusgruppen mit riesigen Puppen. In diesem Jahr wird das Festival jedoch nur lokale Künstler präsentieren, wie die Pop-Rock-Band Eva Braun aus Bečej, Krešimir Mišak Fingerpicking & NLObless Band aus Zagreb und Sombor sowie das Jazz- und Fusion-Ensemble SWOOSH! aus Kikinda. Die Veranstaltung findet in den engen Straßen von Petrovaradin statt, mit Auftritten an drei Bühnen.
Die Entscheidung der Stadt, die Fördermittel zu kürzen, wurde von der Verwaltung nicht erklärt, trotz klarer Anfragen von den Medien nach einer Stellungnahme. Diese mangelnde Transparenz wirft Bedenken über die Zukunft kultureller Veranstaltungen in Novi Sad und das Engagement der Stadt zur Unterstützung ihrer Kulturszene auf. Vertreter des Festivals äußerten Bedauern über die Kürzungen und stellten fest, dass Novi Sad im Vergleich zu vor einigen Jahren kulturelle Lebendigkeit verliert. Auch andere bedeutende Veranstaltungen, einschließlich des renommierten EXIT-Festivals, sahen sich finanziellen Kürzungen gegenüber, was sie zwang, ihre Aktivitäten zu reduzieren.
Die Auswirkungen dieser Mittelstreichungen gehen über den unmittelbaren Einfluss auf das Festival hinaus. Sie signalisieren einen potenziellen Wandel in den kulturellen Prioritäten der Stadt und werfen Fragen zur Nachhaltigkeit kultureller Veranstaltungen in Novi Sad auf. Die Situation spiegelt breitere Herausforderungen in der Kulturförderung in Serbien wider, wo finanzielle Unterstützung für die Künste oft Schwankungen in den Regierungsprioritäten unterliegt.
Während das Festival mit einem reduzierten Umfang fortschreitet, bleibt abzuwarten, wie sich diese Änderungen auf die Zukunft des Festivals und die breitere Kulturszene in Novi Sad auswirken werden. Die Fähigkeit des Festivals, sich an diese finanziellen Einschränkungen anzupassen, wird entscheidend dafür sein, seine anhaltende Relevanz und seinen Erfolg bei der Förderung lokaler Kultur und Talente zu bestimmen.







