Sep. 17, 2026

Martovski Festival: Filme über Verlust, Identität und künstlerisches Erbe

Das 72/73 Martovski Festival, eines der ältesten Filmfestivals in Europa, wird am zweiten Tag seines Programms, der für den 22. September 2026 geplant ist, eine vielfältige Auswahl an Filmen präsentieren. In diesem Jahr findet das Festival im Dom omladine in Belgrad statt und zeigt neun Filme, die sich mit Themen wie persönlichem und kollektivem Verlust, Familienbeziehungen, dem Aufwachsen, dem Altern, Migration und künstlerischem Erbe auseinandersetzen.

Die Wettbewerbsprogramme des Festivals umfassen vier Filme im internationalen Wettbewerb, vier im nationalen Kurzfilmwettbewerb und einen langen Dokumentarfilm. Der internationale Wettbewerb beginnt um 17 Uhr mit vier Premieren. Darunter ist „Choice“ (Severna Makedonija, 2025), ein Kurzfilm von Marko Crnogorski, der die Geschichte einer jungen Mutter erzählt, die mit den Folgen eines neuen Gesetzes konfrontiert wird, das ihre geplante Abtreibung verbietet und sie zwingt, ein illegales Verfahren in Betracht zu ziehen. Der Film hebt die Auswirkungen restriktiver Gesetze auf die reproduktiven Rechte von Frauen hervor.

Darauf folgt „Role Play“ (Crna Gora, 2024) von Ilija Zeković, der einen 60-jährigen Geschichtsprofessor darstellt, der eine junge Prostituierte einlädt, um seinen Geburtstag zu feiern, und Themen wie Einsamkeit und Gemeinschaft erkundet. Der animierte Film „Melancholy of the Minotaur: the sketches for the labyrinth“ (Japan, 2024) von Yujin Iwai bietet eine einzigartige Erzählung durch das Alltagsleben eines Minotaurus, der in einem Labyrinth gefangen ist. Der Block endet mit „The Speed Of The Distance Between Us“ (USA, 2024) von Yuval Shapire, einer Dokumentation, die sich auf arabische und israelische Eltern konzentriert, die mit dem Verlust ihrer Kinder umgehen.

Um 19 Uhr präsentiert der nationale Kurzfilmwettbewerb vier Filme mit unterschiedlichen poetischen Stilen und Herangehensweisen. „Kralj Ničega“ (2024) von Alekse Gajić folgt einem Künstler aus Belgrad, der nach dem Tod seiner Mutter einen Wandel durchlebt. „Ripple“ (2024) von Pavle Aleksandar Subotić fängt die letzten Momente im Leben eines Unterwasser-Schweißers ein, während „Reka“ (2024) von Uglješa Srđan Ranisavljević die Geschichte eines Jungen erzählt, der mit dem Tod seines Vaters und familiären Veränderungen zurechtkommt. Der Block endet mit „Vreme zalaska sunca“ (2025) von Ognjen Petković, der sich mit den Herausforderungen der älteren Generation in der modernen Gesellschaft befasst.

Das Tagesprogramm schließt um 21 Uhr mit dem langen Dokumentarfilm „Priča o Subi“ (2025) von Andrej Milinović. Dieser Film verfolgt die künstlerische Reise von Mitar Subotić Suba, dessen avantgardistische Musik sowohl die serbische als auch die brasilianische Musikszene erheblich beeinflusste. Von seinen Anfängen in Novi Sad bis zu seinem Einfluss in São Paulo feiert die Dokumentation Subas Vermächtnis und künstlerische Freiheit.

Das 72/73 Martovski Festival findet vom 21. bis 27. September 2026 statt und kombiniert Auswahlen aus 2025 und 2026. Es bietet dem Publikum die Möglichkeit, neue und preisgekrönte Filme sowohl von nationalen als auch internationalen Filmemachern zu erleben, von denen viele in Serbien Premiere feiern. Tickets sind an der Kasse des Dom omladine und online erhältlich, zum Preis von 500 RSD.

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