Journalist Predrag Popović von N1 steht im Mittelpunkt eines Kontroverses, nachdem eine E-Mail, die er an die höhere Staatsanwaltschaft in Belgrad gesendet hat, geleakt wurde. In der E-Mail, die die Frage aufwarf, ob rechtliche Schritte im Zusammenhang mit einem Banner, das den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladić bei einem Fußballspiel verherrlichte, eingeleitet werden, wurde wörtlich von pro-regierungsnahen Boulevardzeitungen veröffentlicht. Dies hat dazu geführt, dass Popović von diesen Medien angegriffen wird, die ihm vorwerfen, anti-serbisch zu sein und die Festnahme von Serben zu fordern.
Popovićs E-Mail richtete sich an die Darstellung eines großen Banners mit Mladićs Bild während eines Spiels zwischen Partizan und Roter Stern, das den Satz „Pravac Potočari“ beinhaltete, der sich auf den Ort des Massakers von Srebrenica bezieht. Er hinterfragte, ob Maßnahmen gegen Personen ergriffen werden, die öffentlich Genozid und Kriegsverbrechen unterstützen oder deren Schwere herunterspielen. Der Leak dieser E-Mail, der kurz nach ihrem Versand stattfand, hat erhebliche Bedenken hinsichtlich der Integrität der Staatsanwaltschaft aufgeworfen.
Der Zeitpunkt des Leaks ist besonders bemerkenswert, da er mit dem Tag von Mladićs Beerdigung zusammenfiel. Popović vermutet, dass der Leak absichtlich war und möglicherweise von innerhalb der Staatsanwaltschaft orchestriert wurde, um die sensible Zeit auszunutzen und öffentliche Emotionen zu wecken. Er äußerte Überraschung und Besorgnis über den Leak und stellte fest, dass es zwar üblich ist, dass die Staatsanwaltschaft nicht auf Medienanfragen reagiert, aber das Weiterleiten seiner E-Mail an Boulevardzeitungen beispiellos ist.
Popović hat erklärt, dass die Veröffentlichung seiner E-Mail seine Privatsphäre und Sicherheit gefährdet hat, und beschrieb dies als Akt der Einschüchterung und Zielverfolgung. Er betonte, dass seine Anfrage auf bestehenden Gesetzen und parlamentarischen Erklärungen basierte und wies die Behauptungen, er würde Festnahmen anstiften, als unbegründet zurück. Als Reaktion auf den Vorfall plant Popović, mit Unterstützung der Unabhängigen Journalistenvereinigung Serbiens (NUNS) und Unternehmensanwälten rechtliche Schritte einzuleiten. Er beabsichtigt außerdem, den Beauftragten für Informationen von öffentlichem Interesse und den Schutz persönlicher Daten sowie internationale Organisationen zu kontaktieren und eine Sicherheitsbewertung bei der Polizei einzuholen.
Veran Matić, Präsident des Vorstandes der Vereinigung der Unabhängigen Elektronischen Medien (ANEM), hat den Leak der E-Mail mit dem breiteren Kontext der Verherrlichung von Mladić in Verbindung gebracht und angedeutet, dass die serbische Regierung die öffentliche Wahrnehmung manipuliert. Er kritisierte die Rolle der Boulevardzeitungen in diesem Prozess, die er als Teil eines Musters von Medienmanipulation und -belästigung sieht, das oft unbestraft bleibt.
Der Vorfall hat die Diskussionen über die Pressefreiheit in Serbien neu entfacht und hebt die prekäre Situation der Journalisten hervor, die über heikle Themen berichten. Der Leak und die anschließende Zielverfolgung von Popović verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen die Medien in Serbien konfrontiert sind, wo politischer Druck und Medienmanipulation anhaltende Probleme darstellen. Die Situation spiegelt breitere Themen der Medienfreiheit und die Politisiereung des Journalismus im Land wider, ebenso wie die tiefen Spaltungen in der serbischen Gesellschaft bezüglich des Erbes der Jugoslawienkriege.







