Der General Ratko Mladić, der ehemalige Kommandeur der bosnisch-serbischen Armee, wurde heute auf dem Topčidersko groblje in Belgrad beigesetzt. Die Beisetzung, die mit militärischen Ehrungen verbunden war, wurde von einer großen Anzahl von Bürgern besucht und war von einem bedeutenden Auftritt nationaler Symbole geprägt. Der Sarg war mit den Fahnen Serbiens und der Republik Srpska bedeckt, was das umstrittene Erbe von Mladić widerspiegelt, der wegen Völkermord und Kriegsverbrechen verurteilt wurde.
Der Trauerzug begann an der Kirche des Heiligen Lukas in Vidikovac, wo Patriarch Porfirije von der Serbisch-Orthodoxen Kirche eine Gedenkfeier hielt. In seiner Ansprache beschrieb Porfirije Mladić als Soldaten und Kommandeur, der während einer schwierigen Zeit eine bedeutende Verantwortung und Opferbereitschaft gezeigt habe. Er betonte, dass Mladićs Name tief im Gedächtnis der serbisch-orthodoxen Gemeinschaft verankert bleiben würde, die ihn als Verteidiger des serbischen Volkes hoch achtet.
Der Zug, an dem auch Mitglieder des serbischen Militärs teilnahmen, transportierte Mladićs Sarg zum Familiengrab auf dem Topčidersko groblje, wo er neben seiner Tochter Ana zur Ruhe gebettet wurde. Die Veranstaltung zog eine große Menschenmenge an, viele Anwesende trugen serbische Fahnen und Fotografien von Mladić, was die spaltende Natur seines Erbes verdeutlichte. Die Straßen, die zum Friedhof führten, wurden für den Verkehr gesperrt, und die Polizei war anwesend, um den großen Andrang zu regeln.
Die Beisetzung hat die Diskussionen über Mladićs Erbe in Serbien und der weiteren Region neu entfacht. Seine Verurteilung wegen Völkermord und Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs bleibt ein Streitpunkt, wobei einige ihn als Helden sehen, der die serbische Nation verteidigte, während andere ihn als Kriegsverbrecher betrachten, der für Gräueltaten verantwortlich ist. Diese Spaltung war in den öffentlichen Reaktionen auf die Beisetzung deutlich, die sowohl Ausdruck von Ehrfurcht als auch von Kritik beinhalteten.
Die Veranstaltung hat auch politische Reaktionen hervorgerufen, wobei einige regionale Führungspersönlichkeiten die Europäische Union aufgefordert haben, Sanktionen gegen Serbien zu verhängen. Diese Forderungen spiegeln die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit Serbiens Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit und seinen Bestrebungen zur EU-Integration wider. Die Beisetzung, die von einer großen Anzahl von Bürgern besucht und mit militärischen Ehrungen versehen war, unterstreicht das komplexe und oft polarisierende Erbe von Mladić innerhalb der serbischen Gesellschaft.
Während Serbien weiterhin mit seiner Vergangenheit ringt, dient die Beisetzung von Ratko Mladić als Erinnerung an die tief verwurzelten Spaltungen, die in der Region bestehen bleiben. Die Veranstaltung hebt die Herausforderungen hervor, historische Konflikte mit den gegenwärtigen politischen Realitäten zu versöhnen, insbesondere da Serbien versucht, nationalen Stolz mit den Anforderungen internationaler Rechenschaftspflicht in Einklang zu bringen.







