Das Metro-Projekt in Belgrad, eine seit langem diskutierte Infrastrukturinitiative in Serbien, steht vor erheblichen Verzögerungen und Missverständnissen hinsichtlich des Bauzeitplans. Die Beamten Miroslav Čučković und Siniša Mali haben im Laufe des Jahres 2026 mehrere ungenaue Aussagen über den Fortschritt des Projekts gemacht, was zu wachsendem öffentlichen Skeptizismus geführt hat.
Anfang September 2026 erteilte das Ministerium für Bau, Transport und Infrastruktur schließlich die für die Entwicklung der Metro erforderlichen Baugenehmigungen. Dies geschah, nachdem Čučković im April erklärt hatte, dass diese Genehmigungen bald erteilt würden, eine Vorhersage, die letztlich mehr als vier Monate zur Realisierung benötigte. Ähnlich hatte Mali im April behauptet, die Tunnelbohrmaschinen, bekannt als „krtice“, würden im Juni ihre Reise von China nach Serbien antreten. Es war jedoch erst im August, dass das Unternehmen Beogradski metro i voz bestätigte, dass die Maschinen tatsächlich aus China abgefahren waren.
Die Tunnelbohrmaschinen werden voraussichtlich bis Oktober 2026 in Serbien eintreffen, nachdem sie einen komplexen Transportweg zurückgelegt haben, der eine Seereise nach Europa und dann eine Flussfahrt über die Donau nach Belgrad beinhaltet. Nach ihrer Ankunft in Serbien beginnen die Vorbereitungen für ihre Zusammenstellung und den Einsatz zur Grabung von etwa 11 Kilometern unterirdischen Tunneln für die erste Linie der Metro. Die Maschinen werden ihre Arbeit von zwei verschiedenen Standorten aus aufnehmen: einer von der Station Bele vode in Makiš in Richtung Sajam und der andere von einem Startschacht in der Nähe der Pančevački-Brücke in Karaburma.
Das Belgrader Metro-Projekt ist seit mehreren Jahren ein Thema der öffentlichen Diskussion, mit verschiedenen Versprechungen und Plänen von Regierungsbeamten. Der ursprüngliche Plan, der bis ins Jahr 2012 zurückreicht, sah ein Metro-System mit drei Linien vor, hauptsächlich oberirdisch, das innerhalb von vier Jahren fertiggestellt werden sollte. Der aktuelle Plan umfasst jedoch umfangreichere unterirdische Bauarbeiten, insbesondere in New Belgrad, was sowohl die Komplexität als auch die Kosten des Projekts erheblich erhöht.
Kritiker haben auf das Fehlen einer klaren Methodik oder eines Ingenieurmodells hingewiesen, um das aktuelle Metro-Design zu unterstützen. Auch Bedenken über den Beschaffungsprozess für die Metro-Züge wurden geäußert, wobei das französische Unternehmen Alstom den Vertrag für 32 Züge erhalten hat, während das deutsche Unternehmen Siemens, das in Serbien tätig ist, umgangen wurde. Die Kosten für jeden Zug liegen erheblich höher als bei ähnlichen Käufen in anderen Städten, wie zum Beispiel Londons Erwerb von Siemens-Zügen.
Diese Verzögerungen und Diskrepanzen in den offiziellen Aussagen haben das öffentliche Misstrauen gegenüber den Infrastrukturankündigungen der Regierung verstärkt, ein Gefühl, das durch frühere Erfahrungen mit Projektverzögerungen und Budgetüberschreitungen in Serbien verstärkt wird. Die anhaltenden Herausforderungen des Belgrader Metro-Projekts verdeutlichen die Schwierigkeiten, die mit der Umsetzung großangelegter Infrastrukturprojekte verbunden sind, sowie die Bedeutung transparenter Kommunikation und realistischer Planung zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens.







