Gazprom Neft verkauft NIS-Anteil an MOL wegen US-Sanktionen

Jan. 19, 2026

Gazprom Neft hat vorläufig zugestimmt, seine Mehrheitsbeteiligung an Serbiens führendem Ölunternehmen, der Naftna Industrija Srbije (NIS), an das ungarische Öl- und Gasunternehmen MOL zu verkaufen. Diese Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf die US-Sanktionen gegen NIS aufgrund ihrer russischen Eigentümerschaft, die seit Oktober 2025 in Kraft sind. Diese Sanktionen haben die Betriebsabläufe gestört und die geopolitischen Spannungen in der Region über Energieressourcen verdeutlicht.

Serbiens Energieministerin Dubravka Đedović Handanović gab die Vereinbarung bekannt und erklärte, dass dies auf eine Anfrage aus den USA zurückgeht. Der Vertrag bedarf noch der Genehmigung des Büros für Auslandsvermögen der US-Finanzbehörde (OFAC). OFAC hatte zuvor die Betriebserlaubnis von NIS bis zum 23. Januar 2026 verlängert, was NIS ermöglichte, die Betriebe der Raffinerie Pančevo nach den Sanktionen, die zu Rohölengpässen führten, wieder aufzunehmen.

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto bestätigte Ungarns Unterstützung für MOLs Bestreben, eine Mehrheit an NIS zu erwerben. Diese Akquisition ist entscheidend für MOL, das seit 2005 in Serbien tätig ist und 72 Tankstellen im ganzen Land besitzt.

MOL, mit einem Wert von fast 8 Milliarden Dollar und in über 30 Ländern aktiv, steht bereit, die Energieszene Serbiens mit diesem Kauf umzugestalten. Die Pläne bezüglich der Raffinerie in Pančevo hängen von dem kroatischen Pipelinebetreiber JANAF ab, der autorisiert ist, bis Januar 2026 Öl an NIS zu liefern.

Obwohl die serbische Regierung eine Beteiligung von 29,9 % an NIS hält, sieht sie die Gespräche als Gelegenheit, ihren Einfluss innerhalb des Unternehmens zu steigern. Ministerin Đedović Handanović erklärte, Serbien strebe an, seinen Anteil um 5 % zu erhöhen, um eine größere Kontrolle und Schutz nationaler Interessen zu gewährleisten.

Die Verhandlungen werden voraussichtlich bis zum 24. März abgeschlossen sein, während regionale Akteure die Entwicklungen genau beobachten. Diese Transaktion bedeutet mehr als nur Geschäft; sie markiert eine geopolitische Neugestaltung im Zuge der sich wandelnden Energiedynamik auf dem Balkan. Die Rolle von OFAC hebt die breiteren internationalen Auswirkungen inmitten anhaltender Spannungen zwischen Russland und dem Westen hervor.

MOLs Strategie konzentriert sich auf regionale Expansion mit bedeutenden Aktivitäten in Rumänien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Slowenien und Kroatien. Ihre Reichweite erstreckt sich über Europa hinaus nach Ägypten, Irak, Kasachstan, Aserbaidschan und Pakistan. Mit drei Raffinerien und etwa 2.400 Tankstellen ist MOL gut positioniert für strategisches Wachstum durch diese Akquisition.