Serbien kämpft um gleiche digitale Datenschutzrechte nach Meta-Änderungen

Jan. 30, 2026

Serbiens Datenschutzmaßnahmen hinken erheblich hinter denen der Europäischen Union (EU) hinterher, da Unternehmen wie Meta Richtlinien durchsetzen, die nicht den EU-Standards entsprechen. Diese Diskrepanz hat die Diskussionen über Serbiens Datenschutzgesetze und die Herausforderungen bei der Verteidigung digitaler Rechte gegen mächtige globale Plattformen neu entfacht.

Im Juni 2024 überarbeitete Meta seine Datenschutzrichtlinie, um ein neues KI-Modell zu entwickeln, das Daten von Plattformen wie Instagram und Facebook nutzt. Die EU-Behörden reagierten schnell und setzten vorübergehende Aussetzungen und Anpassungen durch, um die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sicherzustellen. EU-Nutzer konnten Widerspruch gegen die Verwendung ihrer Daten einlegen, eine Möglichkeit, die serbischen Nutzern fehlte.

Die überarbeitete Richtlinie betraf auch Serbien und andere Länder des Westbalkans und umfasste verschiedene Arten von Nutzerdaten, einschließlich öffentlicher Beiträge, Likes, Kommentare, Geolokalisierung, Geräteinformationen und Interaktionen. Im Gegensatz zur EU wurden serbische Nutzer vor diesen Änderungen nicht informiert. Diese Kommunikationslücke untergräbt die Prinzipien einer fairen und transparenten Datenverarbeitung, die im serbischen Gesetz über den Datenschutz nach dem Modell der DSGVO zentral sind.

Trotz ähnlicher rechtlicher Rahmenbedingungen ist die Durchsetzung in Serbien schwach. Eingeschränkte Aufsicht und niedrigere Strafen ermöglichen es Plattformen, Nutzerdaten freier zu nutzen. Der Kommissar für Informationen von öffentlichem Interesse und den Schutz personenbezogener Daten in Serbien hat Gespräche mit Meta und anderen Technologieunternehmen über eine lokale Vertretung und gleiche Behandlung serbischer Bürger geführt. Gemeinsame Anstrengungen mit Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro zielen darauf ab, die marginalisierte Position der Region auf der globalen digitalen Bühne anzugehen.

Diese Initiativen haben jedoch bislang kaum Greifbares bewirkt. Große Unternehmen führen oft regulatorische Lücken und institutionelle Schwächen als Gründe an, keine digitalen Rechtsstandards einzuhalten. Die kleinere Marktgröße der Westbalkanstaaten schreckt Investitionen in die Einhaltung oder Zusammenarbeit mit lokalen Aufsichtsbehörden ab. Im Gegensatz dazu haben Afrika und Lateinamerika erfolgreich Druck auf große Unternehmen ausgeübt, da sie über größere Nutzerbasen verfügen.

Das internationale Interesse, digitale Plattformen zur Verantwortung zu ziehen, insbesondere von europäischen Regulierungsbehörden, wächst. Doch Serbien hat Schwierigkeiten, bestehende Gesetze effektiv umzusetzen. Dies ist besorgniserregend, da der digitale Raum eine wichtige Informationsquelle und demokratische Teilhabe für serbische Bürger bleibt. Vorgeschlagene Reformen, wie Änderungen des Strafgesetzbuchs und des Gesetzes über öffentliche Ordnung und Frieden, tragen wenig dazu bei, Vertrauen in die Förderung digitaler Rechte zu schaffen.

Eine potenzielle Lösung wäre die Beschleunigung der Integration des Westbalkans in den digitalen Binnenmarkt der EU. Während eine vollständige EU-Mitgliedschaft für einige Länder fern scheint, könnte der Beitritt zu diesem Markt serbischen Bürgern nicht nur nominell gleichberechtigte Rechte, sondern auch wirksame Schutzmaßnahmen bieten.