Die Pride-Parade 2026 in Belgrad fand am 5. September statt und markierte einen bedeutenden Meilenstein für die LGBTI+-Gemeinschaft in Serbien. Die Veranstaltung mit dem Motto „Es ist Platz für uns alle“ erinnerte an 25 Jahre seit der ersten Pride-Parade im Land, die 2001 von Gewalt überschattet wurde. In diesem Jahr verlief die Parade weitgehend ohne Zwischenfälle, obwohl sie mit einer Gedenkfeier für Ratko Mladić zusammenfiel, den ehemaligen Kommandanten der bosnisch-serbischen Armee, der wegen Völkermord und Kriegsverbrechen verurteilt wurde.
Die Teilnehmer versammelten sich im Manjež-Park und füllten den Bereich mit Musik und Flaggen, bevor sie durch das zentrale Belgrad marschierten. Die Parade wurde ohne größere Störungen bewältigt, obwohl es in der Nähe der Vaznesenjska-Kirche zu verbalen Auseinandersetzungen kam, als die Kirchenbesucher religiöse Lieder spielten und Weihrauch verbrannten, während die Parade vorbeizog. Die Polizei intervenierte, um einen Geistlichen aus der Nähe des serbischen Parlaments zu entfernen, und stellte sicher, dass die Parade planmäßig fortgesetzt werden konnte.
Die Organisatoren betonten die Rolle der Parade als Protest gegen die anhaltende Diskriminierung und Gewalt, mit der die LGBTI+-Gemeinschaft in Serbien konfrontiert ist. Sie hoben die Bedeutung von Sichtbarkeit und Solidarität hervor und wiesen darauf hin, dass die Gemeinschaft weiterhin mit gesellschaftlicher Akzeptanz und rechtlichem Schutz kämpft. Laut der Organisation Da se zna gab es im vergangenen Jahr 110 Hassverbrechen gegen LGBTI+-Personen in Serbien, wobei viele Fälle ungestraft blieben. In diesem Jahr beinhalteten die Vorfälle einen Tränengasangriff auf einen queeren Club in Belgrad und Drohungen gegen Teilnehmer des Pride-Caravans in verschiedenen Städten.
Die Pride-Parade diente auch als Plattform für persönliche Geschichten und Unterstützungsbotschaften. Alan Batikov, ein 23-jähriger Russe, der in Belgrad lebt, teilte seine Erfahrungen, sich in Serbien sicherer zu fühlen als in seiner Heimat. Er trug ein Schild, das den Kontrast zwischen der Offenheit, die er in Belgrad erlebte, und der Feindseligkeit, der er in Russland ausgesetzt war, hervorhob.
Danica Vučenić, eine Journalistin und die Patentante der diesjährigen Pride, wandte sich an die Menge und betonte die Bedeutung der Veranstaltung als Aufruf zur Solidarität und Verantwortung. Vučenić, die für ihr Eintreten für demokratische Werte und Menschenrechte bekannt ist, äußerte die Hoffnung, dass die Parade die Unterstützung für die Minderheitengemeinschaft angesichts größerer gesellschaftlicher Herausforderungen stärken würde.
Die Parade endete mit der Aufforderung an die Teilnehmer, in Gruppen zu reisen und nicht auf mögliche Provokationen zu reagieren. Die Organisatoren hatten den Teilnehmern aus Sicherheitsgründen geraten, Make-up und Glitzer vor dem Verlassen des Parks abzunehmen. Trotz der angespannten Atmosphäre endete die Veranstaltung ohne nennenswerte Zwischenfälle und hob sowohl den Fortschritt als auch die verbleibenden Herausforderungen im Kampf für die LGBTI+-Rechte in Serbien hervor.







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