Sep. 18, 2026

Macron und Aoun besprechen Stärkung der libanesischen Armee inmitten regionaler Spannungen

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der libanesische Präsident Joseph Aoun haben sich in Paris getroffen, um die militärischen Fähigkeiten Libanons zu stärken und die fortwährenden Angriffe Israels zu besprechen. Das Treffen, an dem auch König Abdullah II. von Jordanien teilnahm, zielte darauf ab, internationale Unterstützung für die libanesische Armee inmitten zunehmender regionaler Spannungen zu gewinnen. Die Gespräche konzentrierten sich auf die Überprüfung eines Einsatzplans für die libanesischen Streitkräfte und die mögliche Schaffung einer neuen Truppe, die die Zwischen-UN-Truppe im Libanon (UNIFIL) ersetzen könnte, deren Mandat Ende des Jahres ausläuft.

Macron betonte die Bedeutung eines souveränen und stabilen Libanon für den regionalen Frieden und die Stabilität. „Ein souveräner und stabiler Libanon ist ein entscheidender Schritt in Richtung Frieden und Stabilität für die gesamte Region“, erklärte Macron in einer Nachricht auf der Social-Media-Plattform X. Er bekräftigte Frankreichs Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte und beschrieb sie als „unverzichtbar, um die Autorität des libanesischen Staates auf seinem gesamten Territorium zu behaupten.“

Die Gespräche fanden im Anschluss an ein US-vermitteltes Rahmenabkommen statt, das im Juni zwischen Israel und Libanon unterzeichnet wurde und darauf abzielte, Themen wie die Entwaffnung der Hisbollah und den Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon zu behandeln. Das Abkommen hat jedoch nicht zu einem israelischen Abzug geführt, und die israelischen Angriffe auf libanesisches Territorium halten an. Daher konzentrierten sich die Diskussionen in Paris auch auf Maßnahmen zur Beendigung dieser Angriffe sowie auf die breiteren Auswirkungen auf die Souveränität und Sicherheit Libanons.

Präsident Aoun bekräftigte sein Engagement für die Stärkung der libanesischen Armee, die er als „Hauptpfeiler zum Schutz der Souveränität Libanons“ bezeichnete. Er betonte, dass die Stärkung der Staatsautorität eine libanesische Entscheidung und keine von außen auferlegte Forderung sei. Aoun bekräftigte auch seine Position, dass nur der Staat Waffen besitzen sollte, und betonte die Rolle der libanesischen Armee bei der Wahrung der Stabilität. Trotz unzureichender Ausrüstung steht die libanesische Armee bei der Entwaffnung der Hisbollah im Süden vor Herausforderungen, eine Aufgabe, die Aoun entschlossen angehen möchte, ohne Konfrontationen zu suchen.

Die Pariser Gespräche behandelten auch die Zukunft der Friedenssicherungsmaßnahmen im Südlibanon. Mit dem UNIFIL-Mandat, das am 31. Dezember 2026 endet, haben Frankreich und Italien vorgeschlagen, eine multinationale Koalition zu gründen, die die UN-Mission ablösen könnte. Diese neue Truppe soll ein Sicherheitsvakuum in der Region nach dem Abzug der UN-Friedenssoldaten verhindern. Die derzeitige UNIFIL-Truppe besteht aus fast 7.500 Friedenstruppen aus 46 Ländern.

An den Gesprächen in Paris nahmen Verteidigungschefs aus Libanon, Jordanien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Italien sowie hochrangige Beamte aus den USA und Saudi-Arabien teil. Die französische Präsidentschaft hob die Notwendigkeit eines „klaren, glaubwürdigen und realistischen“ Rahmens für den Einsatzplan der libanesischen Streitkräfte hervor, der als Voraussetzung für eine starke internationale Unterstützung angesehen wird. Diese Unterstützung könnte in Form von finanzieller Hilfe, Ausrüstung oder Training erfolgen, um die Fähigkeiten des libanesischen Militärs zu verbessern.

Die Gespräche sind im Kontext des umfassenderen Konflikts im Nahen Osten von Bedeutung, in dem israelische Truppen einen etwa 10 Kilometer tiefen Streifen libanesischen Territoriums belegen. Aoun hat eine neue Truppe gefordert, die möglicherweise europäisch oder anderweitig ist, um die Stabilität im Südlibanon zu sichern und eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Situation bleibt angespannt, und die Furcht vor erneuten militärischen Kampagnen Israels wächst in Libanon, trotz des im Juni vereinbarten Waffenstillstands.

Das Ergebnis der Pariser Gespräche könnte erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit Libanons haben, seine Souveränität zu behaupten und die Sicherheit angesichts fortwährender regionaler Herausforderungen aufrechtzuerhalten. Allerdings bleibt die Wirksamkeit der vorgeschlagenen internationalen Unterstützung für die libanesische Armee ungewiss, und die Einzelheiten, wie diese Unterstützung mobilisiert werden soll, müssen noch geklärt werden.

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