Sep. 16, 2026

Serbisches Ministerium unter Beobachtung wegen Einsatz von LRADs bei Protesten

Das serbische Ministerium für Innere Angelegenheiten (MUP) steht unter Beobachtung, nachdem Novica Antić, ein ehemaliger Präsident des Militärischen Verbands Serbiens, behauptet hat, dass das Ministerium Informationen über den Einsatz von Long Range Acoustic Devices (LRADs) während eines Protests als „streng vertraulich“ eingestuft hat. Antić behauptet, diese Einstufung sei illegal und diene dazu, potenzielle Straftaten und Machtmissbrauch durch die Behörden zu verbergen.

Laut Antić hat das MUP keine Antworten zur Anzahl der während des Studentenprotests am 15. März des Vorjahres eingesetzten LRAD-Geräte gegeben. Stattdessen wies das Ministerium darauf hin, dass Details zu den Geräten, einschließlich ihrer Modelle, Standorte und der verantwortlichen Polizeibeamten, in einem als „streng vertraulich“ gekennzeichneten Sicherheitsplan enthalten sind. Antić argumentiert, dass solche Informationen nach serbischem Recht nicht klassifiziert werden dürfen, um kriminelle Aktivitäten oder Machtmissbrauch zu verbergen.

Antić behauptet außerdem, dass die Beschaffung der LRAD-Geräte illegal war, da sie über ein öffentliches Unternehmen, Jugoimport SDPR, durchgeführt wurde, und dass das MUP bestätigt hat, dass 16 dieser Geräte auf Lager sind. Er hob auch den Mangel an Dokumentation hervor, die belegt, dass Polizeibeamte im Umgang mit diesen Geräten geschult wurden, was erhebliche Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit aufwirft. „Der Einsatz von LRADs ohne ordnungsgemäße Zertifizierung und Ausbildung stellt einen direkten Übergriff der amtlichen Autorität und eine Straftat gegen Tausende von friedlich versammelten Bürgern dar“, erklärte Antić.

Die Kontroversen über den Einsatz von LRADs, die oft als „Schallkanonen“ bezeichnet werden, sind in Serbien ein umstrittenes Thema, insbesondere hinsichtlich ihrer Legalität und der potenziellen Gesundheitsrisiken, die sie darstellen. Antićs Aussagen deuten darauf hin, dass die Aktionen des MUP möglicherweise ein Versuch sind, verantwortliche Parteien aufgrund der Klassifizierung ihrer Identitäten als vertraulich vor strafrechtlicher und befehlshabender Verantwortlichkeit zu schützen.

Berichten zufolge hat das MUP mehrere umstrittene Fakten anerkannt, darunter die unbefugte Beschaffung der akustischen Geräte für Einheiten wie die Gendarmerie, SAJ (Spezialeinheit für Anti-Terror) und die Polizeibrigade. Darüber hinaus räumte das MUP ein, keine Dokumente zu haben, die die Ausbildung der Beamten zum Betrieb dieser Geräte bestätigen oder auf mögliche Gesundheitswarnungen und schädliche Folgen hinweisen, die von den Herstellern hervorgehoben wurden.

Das Fehlen von Dokumentationen über technische Modifikationen und den Betriebsstatus der Geräte kompliziert die Angelegenheit weiter. Antić betonte, dass die Unfähigkeit des MUP, diese Dokumente vorzulegen, Fragen aufwirft, ob die Geräte gegen die versammelten Bürger eingesetzt wurden.

Diese Entwicklungen haben eine breitere Debatte über Transparenz und Verantwortlichkeit in der serbischen Strafverfolgung ausgelöst, mit möglichen Auswirkungen auf das öffentliche Vertrauen. Die Klassifizierung von Informationen im Zusammenhang mit LRADs und das angebliche Fehlen von Schulungen für deren Einsatz werfen erhebliche rechtliche und ethische Bedenken auf. Die Aktionen des MUP könnten einer weiteren Prüfung unterzogen werden, während Bürgerrechtsaktivisten und Rechtsexperten die Auswirkungen auf die Bürgerrechte und die Rechenschaftspflicht der Polizei bewerten.

Die Situation unterstreicht die anhaltenden Spannungen rund um das Polizeiverhalten während Protesten in Serbien, wo Vorwürfe von Fehlverhalten und umstrittene Maßnahmen zur Kontrolle von Menschenmengen weit verbreitet sind. Der Einsatz von LRADs steht insbesondere im Mittelpunkt der Diskussionen über angemessene Polizeitaktiken und die öffentliche Sicherheit.

Während die Debatte andauert, bleibt abzuwarten, wie das MUP auf diese Vorwürfe reagieren wird und ob weitere rechtliche Herausforderungen folgen. Die umfassenderen Auswirkungen auf die Bürgerrechte und die Rechenschaftspflicht der Strafverfolgung in Serbien dürften erheblich sein, während sich die Situation weiterentwickelt.

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