Die kürzliche Konferenz „Kapital u pokretu“, die im Sava Center in Belgrad stattfand, verdeutlichte den dringenden Bedarf, Serbiens passive Ersparnisse in aktive Investitionen umzuwandeln. Diese Veranstaltung brachte wichtige Akteure aus dem Finanzsektor zusammen, darunter Bankvorstände, Investoren und Unternehmensleiter, um Strategien zur Belebung der serbischen Wirtschaft durch die Mobilisierung von schlummerndem Kapital zu diskutieren.
Der CEO von Telekom Srbija, Vladimir Lučić, war ein prominenter Redner auf der Konferenz. Er hob den jüngsten Erfolg des Unternehmens hervor, seine Anleihen an der Euronext-Börse in Dublin zu listen, was eine bemerkenswerte Nachfrage von 14 Milliarden Dollar durch über 300 institutionelle Investoren weltweit anlockte. Lučić betonte die Grenzen des heimischen Bankmarktes bei der Unterstützung groß angelegter Investitionszyklen und plädierte dafür, dass serbische Unternehmen sich stärker mit internationalen Kapitalmärkten verbinden. Er bemerkte: „Der Kapitalmarkt bietet einen erheblichen Zufluss an Mitteln, verlangt jedoch auch finanzielle Disziplin.“
Lučić empfahl außerdem, dass große staatliche Unternehmen, insbesondere im Energiesektor, in Erwägung ziehen sollten, Mittel über die Börse zu beschaffen, anstatt sich auf staatliche Garantien zu verlassen. Er wies darauf hin, dass künstliche Intelligenz (KI) ein entscheidender Faktor für die Unternehmensbewertungen in den nächsten fünf Jahren sein werde, und stellte fest, dass Firmen, die KI nicht nutzen, Schwierigkeiten haben könnten, ernsthafte Investoren anzuziehen.
Una Sikimić, die Präsidentin des Vorstands von ALTA Bank, betonte, dass Serbien über die erforderlichen regulatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen verfügt, um das Wachstum des Kapitalmarktes zu unterstützen. Sie wies jedoch auf die Bedeutung hin, qualitativ hochwertige Emittenten in den Markt zu bringen. Sikimić erklärte: „Langfristiges Kapital erfordert das Verständnis, dass Volatilität eine kurzfristige Kategorie ist, und ein langfristiger Horizont Wissens- und Kontinuität verlangt.“ Sie kündigte das Engagement der ALTA Bank an, den Markt durch ihre Investitions- und Verwahrabteilungen zu unterstützen und einen Fokus auf Unternehmensanleihen zu legen.
Ihr Kollege, Željko Devčić, hob die Rolle der Banken bei der Umwandlung von Einlagen in produktives Kapital hervor. Er erkannte an, dass die öffentliche Angst, verwurzelt in früherer Hyperinflation und Krisen, ein Hindernis für Investitionen bleibt. Devčić argumentierte, dass Vertrauen durch stabile Institutionen und positive Erfahrungen von Investoren aufgebaut werden muss, nicht nur durch leere Slogans. Er identifizierte das Fehlen qualitativ hochwertiger inländischer Wertpapiere, insbesondere Aktien, und die Initiierung von Börsengängen (IPOs) als erhebliche Herausforderungen.
Srđan Maletić, Präsident von Intesa Invest, gab Einblicke in das Wachstum der serbischen Investmentfondsindustrie, die nun Vermögen von über 2,4 Milliarden Euro verwaltet. Trotz dieses Wachstums bemerkte er, dass 80% dieser Vermögen in konservativen Geldmarktfonds verbleiben. Maletić verglich inaktive Kapital mit einem unterausgelasteten Sportler und betonte die Notwendigkeit finanzieller Bildung, um die Wahrnehmung von Investitionen als Glücksspiel zu ändern. Sein Ziel ist es, dass die verwalteten Vermögen in Serbien bis zum nächsten Jahr 3 Milliarden Euro erreichen.
Stanislava Petković, Generaldirektorin von Vista Rica, beobachtete ein wachsendes Interesse serbischer Bürger an Alternativen zu traditionellen Spar- und Immobilieninvestitionen. Sie betonte die Wichtigkeit, dass Investoren Fonds auswählen, die mit ihrem Risikoprofil und ihren Anlagehorizonten übereinstimmen.
Die Konferenz hob den Wandel von einem bankzentrierten Finanzsystem hin zu einem, in dem die Kapitalmärkte eine bedeutendere Rolle spielen, hervor. Die Diskussionen unterstrichen die Dringlichkeit, passive Ersparnisse angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, wie Inflation, anzugehen. Die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zur Aktivierung dieser Ersparnisse muss jedoch noch bewiesen werden, mit möglichem öffentlichem Skepsis gegenüber dem Übergang von passiven zu aktiven Investitionen.
Insgesamt diente die Konferenz „Kapital u pokretu“ als Plattform für Finanzführer, um für einen dynamischeren und disziplinierteren Ansatz bei Kapitalinvestitionen in Serbien zu plädieren, mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum zu stimulieren und die finanzielle Bildung der Bürger zu verbessern.







