Bitef Festival: Unsicherheit durch Absagen und Zensurängste

Aug. 22, 2026

Das Bitef-Festival, eines der renommiertesten internationalen Theaterereignisse Serbiens, sieht sich Unsicherheiten gegenüber, da sein Programm drastisch auf eine einzige Aufführung reduziert wurde, weniger als einen Monat vor dem geplanten Beginn am 14. September. Die diesjährige Ausgabe, die 59., ist von einer Reihe von Absagen geprägt, die die Zukunft des Festivals in Frage stellen.

Berichten der serbischen Publikation Vreme zufolge haben der Vorstand des Festivals und das Sekretariat für Kultur von Belgrad keine offiziellen Informationen über das Schicksal des Festivals bereitgestellt. Die Absagen haben Spekulationen über die Tragfähigkeit des Festivals geschürt, wobei Gerüchte umhergehen, dass Jug Radivojević, Direktor des Belgrader Dramatheaters, möglicherweise die Veranstaltung leiten könnte. Diese Möglichkeit wurde jedoch ausdrücklich von Jelena Medaković, der Kultursekretärin von Belgrad, dementiert. Medaković versicherte, dass das Festival wie geplant stattfinden würde, und erklärte: „Bitef, wie alle anderen Veranstaltungen der Stadt, wird zu Freude des Publikums und der Darsteller durchgeführt.“

Die Absagen werden auf Bedenken hinsichtlich der Zensur in Serbien zurückgeführt, wobei Theatergruppen in Solidarität mit von solchen Einschränkungen betroffenen Künstlern zurückgezogen haben. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Spasoje Ž. Milovanović, der Programmselektor und Vorsitzende des Bitef-Vorstands, zuversichtlich. Er erkannte das Recht der Theatergruppen an, abzusagen, betonte jedoch, dass das Festival fortgesetzt werde, wobei neue Aufführungen die abgesagten ersetzen werden. Milovanović forderte auch die Öffentlichkeit auf, zwischen dem Festival des letzten Jahres und dem aktuellen zu unterscheiden und hob Veränderungen in der Führung des Festivals und der Programmgestaltung hervor, die frei von politischer Einflussnahme sei.

Derzeit ist die einzige bestätigte Aufführung „Crno zlato“ (Schwarz Gold), inszeniert von Oliver Frljic und produziert vom Belgrader Dramatheater. Das reduzierte Programm des Festivals und das Fehlen offizieller Bestätigungen über seine Zukunft haben zu weit verbreiteten Spekulationen und Sorgen innerhalb der serbischen Kulturgemeinschaft geführt.

Das Bitef-Festival ist seit langem ein Grundpfeiler der kulturellen Szene Serbiens, bekannt dafür, innovative und herausfordernde Theaterproduktionen aus der ganzen Welt zu präsentieren. Seine mögliche Beeinträchtigung wirft Fragen über die größeren Auswirkungen politischer und logistischer Herausforderungen auf kulturelle Ereignisse in der Region auf. Während der Beginn des Festivals näher rückt, warten Stakeholder und Publikum gleichermaßen auf weitere Ankündigungen bezüglich seines Programms und seiner Leitung.

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